Die Letzten ihrer Art – Buchtipp

die Letzten ihrer Art

„Die Letzten Ihrer Art“ (Last Chance To See) beschrieb Douglas Adams als sein zwar am wenigsten erfolgreiches aber dafür liebstes Werk. Er beschreibt darin einige Reisen zu den bedrohten Tierarten dieser Welt, die er gemeinsam mit dem Zoologen Marc Carwardine mitte der ’80er unternommen hat.

„Die Letzten Ihrer Art“ legt seinen Fokus dabei ganz klar auf die Reisen selbst. Über die Tiere selbst wird ja schließlich schon oft genug berichtet, also wieso nicht mal einen Blick auf die andere Seite der Kamera werfen? Was dort passiert kann schließlich mindestens genau so spannend sein. Reisen nach Madagaskar mit Booten, die das Prinzip des Bootes einfach mal umkehren, vom Wahnsinn der Bürokratie in afrikanischen Staaten oder Übernachtungen in Hütten, die zwar von Menschenhand errichtet wurden aber wo der Mensch im besten Fall der Gast ist.

Was von der Kamera auch gerne übersehen wird ist die Arbeit der Leute, die teils Jahre und Jahrzehnte fernab von dem leben, was wir Zivilisation nennen um dort das Leben von Tieren zu schützen, von denen selbst Zoologen oft nur einmal eine Randnotiz gelesen haben. Douglas Adams dokumentiert Gespräche mit Zoologen, die ihre Schützlinge selbst kaum zu Gesicht bekommen und nur schätzen können ob es nun noch zwanzig oder schon nur noch sieben von ihnen gibt.

Das ganze ist natürlich in dem für Adams typischen Humor geschrieben und mit einer Leidenschaft und Begeisterung die man nur für etwas aufbringen kann, was einem wirklich am Herzen liegt. Ich persönlich lese gerne, wenn ich mit Bus oder Bahn unterwegs bin. Bei diesem Buch muss ich wohl einen recht albernen Anblick geboten haben, wie ich dort sitze und albern vor mich hin kichere. Humor ist zwar immer Geschmackssache und in diesem Fall hat es meinen Geschmack genau getroffen. Dabei sind die Erzählungen teilweise derart absurd, das man sich fragen sollte, ob so etwas wirklich passiert sein kann. Aber diese Frage stellt sich nicht wirklich. Man liest es und akzeptiert es als wahre Begebenheit wo das Leben selbst mal wieder Ideen hatte, auf der verrückteste Schriftsteller nicht kommen würde.

Ich erachte „Die Letzten Ihrer Art“ nicht nur als ein wertvolles Stück Kulturgeschichte sondern auch als kleines Lehrbuch für die Frage „Was passiert, wenn der Mensch kommt?“ denn nicht zuletzt sind wir es, die dafür gesorgt haben, dass die hier erwä

hnten Tiere vom Aussterben bedroht oder sogar schon ausgestorben sind. Von mir gibt es eine ganz deutliche Leseempfehlung für ein Buch, was man kaum zur Seite legen kann und was man auch gerne noch ein zweites mal liest. Oder noch ein drittes mal, um jemandem eine Szene daraus vor zu lesen oder um es zum Beispiel auf englisch zu lesen.

Im Übrigen, nicht alle Berichte von den Reisen dieser Reihe sind in diesem Buch enthalten. Der Bericht über die Mantarochen vor Australien findet sich in „Lachs Im Zweifel“, einem Buch, was erst nach Adams‘ Tod erschienen ist und sich aus etlichen hinterlassenen Texten zusammen setzt.

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