Pilzexperimente

Meine Fensterbank steht dieses Jahr ausgesprochen voll. Paprika, Tomaten, Salat, Basilikum. Alles selbst gezogen und da ich mich nicht davon trennen konnte in einem Blumenkasten und einer ganzen Serie von leeren Joghurteimern (1l) gepflanzt. Alles zusammen bildet eine hübsch grüne Sichtschutzgardine vor meinem kleinen Fenster. Nun ist das Problem, ich bin neugierig geworden, was ich alles pflanzen und züchten kann, aber habe keinen Platz mehr am Licht. Was also verträgt einen schattigeren Platz?

Einen dezenten Hinweis gibt es bei einem Spaziergang über den Markt… oder in der Überschrift. Mir kam jedenfalls die Frage:

„Wie schwer ist es eigentlich, Pilze zu züchten?“

Also mach ich mich auf die Suche nach der Antwort.

Die erste Idee war, einfach einen Pilz zu nehmen, eventuell in Teile zu schneiden und in Erde zu legen. Allerdings sind mit Pilze im Kühlschrank auch noch nie gekeimt sondern immer nur verschimmelt. Wen auch immer ich gefragt habe, eigentlich waren sich alle einig, dass es nicht klappen dürfte. Also mache ich mich lieber auf die Suche nach einer Alternative.

2016-05-27 23.53.28

Man kann im Internet fertige Mycelblöcke bestellen oder Sporendübel, um sich seinen Baumstamm oder sonstiges Substrat zu „infizieren“. Aber das ist doch witzlos. Es muss auch anders gehen. Auf Pilzzucht.eu wird eine Methode beschrieben, wie man sich aus Champignons selbst Sporenpräparate herstellt. Nur habe ich das Material dafür überhaupt nicht und habe auch nicht vor, mir Laborgeräte für ein Hobbyexperiment zuzulegen. Eine andere Methode erscheint mir auf den ersten Blick etwas unkritischer: Pilze „klonen“, auch wenn es dem Namen nur mäßig gerecht wird. Ich habe zwar auch hier nicht das nötige Material, will es aber trotzdem einfach versuchen.

Die Anleitung verlangt eine völlig sterile Umgebung, einen völlig sterilen Nährboden und eine völlig sterile Pilzprobe. Ich habe eine Küche, noch keinen Nährboden und eine Pilzprobe, die noch im Stumpf eines Kräuterseitlings auf ihre Bergung wartet.

Der erste Schritt für mich ist der Nährboden. Ich entscheide mich für einen auf Kartoffelbasis. Hierzu werden Kartoffeln gekocht und mit dem Wasser zu Brei zerstampft. Dieser Püree wird nun durch ein Küchentuch gedrückt, so dass ein milchiger Kartoffelsud abtropft. Dieser Sud soll mit Agar Agar aufgekocht werden und dann in Petrischalen abgefüllt werden.

Ich besitze keine Petrischalen, sondern nur noch einen weiteren leeren Joghurteimer. Ich versuche es also damit und damit es nicht ganz so sehr zum Scheitern verurteilt ist, versuche ich ihn vorher mit Rum zu desinfizieren. Etwas Besseres habe ich leider nicht. Auch sollen die Petrischalen im Dampfdrucktopf noch einmal abgekocht und desinfiziert werden. Ich habe auch keinen Dampfdrucktopf, abgesehen davon, dass der Eimer das auch nicht überleben würde. Wie gesagt, etwas Besseres habe ich gerade nicht und ich wollte schließlich einfach experimentieren.

Also landet der frisch gekochte Nährboden im Eimer und ein kleines Stückchen Pilz dazu. Deckel drauf und warten. Der Rest des Pilzes landet natürlich nicht im Eimer sondern in der Pfanne. Ich muss gestehen, ich bin wenig zuversichtlich aber will es dennoch wissen. Der Vorteil am Joghurteimer ist, dass man einfach den Deckel drauf machen kann. Dann ist die Probe halbwegs geschützt und wasserdicht. Außerdem verdunstet keine Flüssigkeit. Ich habe eine Frischhaltefolie zwischen Eimer und Deckel gespannt und ein kleines Guckloch in den Deckel geschnitten. So kann ich nachsehen, was der aktuelle Stand ist. Also ab in eine dunkle, warme Ecke mit dem Eimer und Geduld zeigen.

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