Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln schafft es immer wieder, zum Gesprächsthema in der Politik zu werden. Politik und Medien befassen sich immer wieder damit, wenn es einen neuen Lebensmittelskandal gibt oder eine Studie mal wieder feststellt, dass wir zu viel wegwerfen. Was genau der Tonus dahinter ist, schwankt mit Zeit bis zur Wahl, dem berichtenden Organ und der Windrichtung.

Das letzte mal ist nun auch wieder eine Weile her, aber ich erinnere mich noch daran. Damals wurden wir darauf hingewiesen, dass das „Mindest-“ in Mindesthaltbarkeitsdatum einen Grund und eine Berechtigung hat. Etwas ist gerade abgelaufen? Bitte nicht blindlings wegwerfen, sondern zunächst prüfen und das Datum gegebenenfalls ignorieren. Tolle Erkenntnis! Ich hatte es für gesunden Menschenverstand gehalten und war damals reichlich erstaunt über diesen Rat. Inzwischen weiß ich, dass es gesunder Menschenverstand ist, dieser allerdings offenbar ein rares Gut ist.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist für mich eigentlich nie ein Thema. Es ist da, aber ich beachte es kaum. Mein Ziel ist es eher, möglichst wenig schlecht werden zu lassen. In der Regel bin ich recht erfolgreich damit. Auch wenn leider auch mir immer wieder einiges schlecht wird, wenn auch eigentlich nur Frisches. Können Konservendosen und Tütensuppen überhaupt schlecht werden?

Mindeshaltbarkeitsdatum

Wieso ich trotzdem neulich dran denken musste, ist einfach. In den Untiefen meines Kühlschrankes, genau genommen auf der mittleren von drei Ebenen, ganz links, fand sich eine Packung meiner nicht ganz so geliebten Süßigkeiten. Sie lag eine ganze Weile dort, seit ich sie geschenkt bekommen habe, um noch genauer zu sein. Ich habe nie besonders viele Gedanken daran verschwendet, nur in letzter Zeit ist die Pappverpackung etwas aufgeweicht und nass geworden. Wieso also nicht einen Blick riskieren? Auf der Stirnseite der Zitrusstäbchen findet sich tatsächlich ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Süßigkeiten können sich natürlich verändern aber schlecht werden? Bei korrekter Lagerung kann ich mir das nicht denken.

Zeit also, einen Blick zu riskieren. Die Plastikverpackung ist heile und geschlossen, der Inhalt offenbar völlig intakt. Etwas anderes hätte mich auch gewundert, die Stäbchen sind schließlich erst seit zwei Jahren abgelaufen. Zugegeben, die Schokolade ist teilweise leicht angelaufen aber das war es auch schon. Mehr ist nicht dran, optisch wie geschmacklich. Ich fühle mich also in meiner Ansicht bestätigt, dass dieses Datum bei vielen Lebensmitteln eher kosmetischer Natur ist. Es ist in den meisten Fällen völlig unproblematisch, sich auf das hauseigene Lebensmittelchemielabor zu verlassen. Nase und Zunge sagen uns doch meist ganz genau, ob wir etwas essen können und ob nicht. Immerhin stecken fast eine halbe Milliarde Jahre Evolution dahinter.

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5 Gedanken zu „Mindesthaltbarkeitsdatum

  1. nihaojulia

    Das Mindesthaltbarkeitsdatum beachte ich eigentlich nur bei Milchprodukten im Kühlschrank. Wenn aber was abgelaufen ist, öffne ich das Produkt erst und sehe nach, ob es wirklich nicht mehr essbar ist. Am Ende sollte man einfach mal seine Augen und Nase benutzen 😉

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