Trappist-1 – Sensationsmeldung aus dem Weltall

NASA hält eine Pressekonferenz und löst einen riesigen Wirbel aus. Für den Alltag hat die Meldung keinerlei Relevanz, aber sie greift einen der großen Träume der Menschheit auf: Was ist da draußen?!

Und weil mein Blog schließlich ein Testgelände ist, habe ich es zum Anlass genommen, mal zu üben. Für einen wissenschaftsjournalistischen Artikel hat es wohl nicht gereicht, dafür sind zu viel eigene Meinung und zu wenig Fakten drin. Aber vielleicht kann man es als Kommentar gelten lassen? Hoffentlich bin ich beim nächsten „Artikel“ besser. Lass mir gerne einen Kommentar mit deiner Kritik, Meinung und Anregungen da.

Trappist-1 und die große Hoffnung

 

Es ist wohl einer der ältesten Träume der Menschheit, zu den Sternen zu reisen. Geschichten hierzu sind älter als das Wissen darum, was die Sterne überhaupt sind, abgesehen von hellen Pünktchen am Nachthimmel. So ergibt natürlich auch die Suche nach neuen Welten viel Sinn, jetzt, da wir wissen, dass unser kleiner Planet nur einer von vielen ist.

Verbesserte Methoden und fein kalibrierte Instrumente sowie eine enorm wachsende Datengrundlage haben in den letzten Jahren zu ungeahnten Ergebnissen geführt. Jedes Jahr kommt gleich ein ganzer Katalog von neu nachgewiesenen Exoplaneten hinzu. Zunächst hauptsächlich die weiter außen liegenden, größeren Gasriesen, in den letzten Jahren aber auch verstärkt kleinere, innen liegende Gesteinsplaneten. Es ist also statistisch gesehen nur eine Frage der Zeit, bis sich darunter auch eine zweite Erde verbirgt.

Und genau das, so die Hoffnung, ist nun mit den nachgewiesenen Planeten im Trappist-1 System geschehen. Gleich sieben Planeten von etwa Erdgröße hat das internationale Forscherteam auf Initiative einer belgischen Forschergruppe unter Leitung der NASA hier entdeckt. Drei davon sogar in der habitablen Zone, dem Bereich also, in dem die Einstrahlung des Sterns so viel Energie auf die Oberfläche bringt, dass flüssiges Wasser vorkommen kann.

Im Fall von Trappist-1 ist diese Zone sehr viel enger um den Stern, als im Fall unserer Sonne, da er deutlich kleiner ist. Seine Planeten sind entsprechend dichter beieinander, haben kleinere Umlaufbahnen und, um darauf stabil zu bleiben, höhere Geschwindigkeiten. In etwa in der Größe unseres Mondes sollen sie am gegenseitigen Nachthimmel zu sehen sein. Und davon gleich eine ganze Reihe auf einmal! Die Vorstellung alleine regt die Fantasie an und verständlicherweise vielfach Hoffnungen und Fragen.

Haben wir hier in nicht einmal vierzig Lichtjahren Entfernung die Antwort auf die Frage, ob wir alleine im Universum sind? Liegt da eine zweite Erde direkt in unserer Nachbarschaft? Können wir es bis dorthin schaffen? Immerhin ist uns das Konzept von Generationenraumschiffen ja schon länger bekannt. Wie sehen diese Welten aus? Gibt es dort Wasser? Wie sieht es mit freiem Sauerstoff aus? (Was übrigens ein extrem deutliches Indiz für eine Lebensform wäre, die wir auch als solche erkennen würden.)

Einen Punkt vermisse ich aber dennoch in der Diskussion, den ich in den paar Artikeln, die ich hierzu überflogen habe, nirgends finden konnte. Die tektonische Energie.

Auf der Erde ist das zu vernachlässigen. Auch wenn unser Mond recht groß ist, die Energie, die durch seine „Gezeiten“ auf die Erde wirken, verstecken sich in der Energiebilanz der Erde unter den 0,02 % „Innere Energie“. Bei den Monden unserer Gasriesen Jupiter und Saturn sieht das schon anders aus. Dort reichen die Wechselwirkungen aus, um einen starken Vulkanismus anzuregen und eventuell den Kilometer mächtigen Eisschild Europas teilweise aufzuschmelzen.

Wie sieht das also in einem System aus, in dem gleich sieben Planeten von Erdgröße sich in einen Raum quetschen, der noch innerhalb des Merkurorbits liegt, und sich hier mit hohen Geschwindigkeiten begegnen? Bevor ich diese Reise antrete, würde ich das doch lieber einmal von jemandem durchrechnen lassen, der mit den Zahlen etwas anfangen kann.

Erdgröße allein muss auch noch kein Indiz sein. Unsere Venus ist nur minimal kleiner als die Erde, aber ein Vielfaches ungemütlicher. Mit einem effektiven Treibhauseffekt von über 90 % hat sie sich eine Hochdruckatmosphäre geschaffen, die keinerlei organisches Leben zulässt. Aber in dieser Sache werden von den Planeten um Trappist-1 schon bald die ersten Antworten erwartet, wenn auswertbare Spektraldaten vorliegen. Vielleicht erwartet uns dann ja die nächste Sensationsmeldung von den Sternen.

Die Namen der Planeten, so der Wunsch der belgischen Forscher, soll sich übrigens alle an belgischen Bieren orientieren, wie auch schon der Name des Systems. Es steht noch aus, ob diese Vorschläge akzeptiert werden.

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Bildquelle: NASA

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