Pflanzexperiment: Milpa, Update 1.

Das letzte Wochenende war geprägt von strahlendem Sonnenschein im Wechsel mit gründlichen Regengüssen und angenehm milden Temperaturen. Grund genug, um die Eisheiligen für beendet zu erklären und mich an den Garten zu machen. Es wird schließlich höchste Zeit für sattes Grün, ehe im Sommer alles zu verbrennen droht.

Wie ich bereits angekündigt hatte, möchte ich dieses Jahr eine Milpa testen, eine lateinamerikanische Mischkultur. Dafür habe ich eine Fläche von etwa 2×2 Metern umgegraben und mit reichlich Komposterde aufgebessert. Leider kann ich wohl bei diesem Boden hier nicht die besten Ergebnisse erwarten, aber ich bin gespannt. Seit zwei Wochen stehen auch die Maiskörner bereits im Anzuchtgewächshaus auf der Fensterbank und keimen eifrig vor sich hin. Die Meisten jedenfalls, aber leider nicht alle. Schlechter sieht es bei den Kürbissen aus, die erst eine Woche Vorarbeit leisten konnten. Hier sind nur vier Stück gekeimt, die Hälfte also. Die Bohnen benötigen überhaupt keine Vorarbeit laut der Packung.

Da sie noch nicht so weit waren, habe ich zwei Mais- und zwei Kürbiskeimlinge erst einmal auf der Fensterbank gelassen und den Rest zum Garten gebracht. Für den Mais habe ich etwa einen halben Meter Abstand zwischen den Setzlingen gewählt, die Kürbisse haben jeweils mittig auf den Seiten ihre Position gefunden, die Bohnen sind etwa eine dicke Handbreit von den Maispflanzen entfernt gesetzt worden. Das gründliche Angießen hätte ich mir eigentlich auch sparen können, denn noch am gleichen Abend gab es einen soliden Regenguss. Geschadet wird es nicht haben.

Leider ist inzwischen deutlich, dass zwei Maissetzlinge nicht sehr glücklich mit der neuen Umgebung waren und sich lieber flach gelegt haben. Die beiden auf der Fensterbank verbliebenen sind auch immer noch dort und verhalten sich recht zaghaft bis sterbend. Dennoch bleibt das Experiment spannend für mich. Der Boden ist nicht optimal, der Standort zwar schön sonnig und warm, aber auch vergleichsweise windig und trocken. Der Mindestanspruch ist, das Saatgut zu verdoppeln. Immerhin ist es das Gruppenprojekt unseres Gartens, eine Samenbank aufzubauen. Wenn also alles wundervoll wächst, dann gibt es nicht nur eine leckere Ernte, sondern genug Samen, um nächstes Jahr das Ganze etwas auszubauen. Drückt die Daumen, dass es alles toll wird und, wenn ihr möchtet, gebe ich gerne weitere Updates, wenn es wieder etwas zu berichten gibt.

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Ein noch sehr unscheinbar aussehendes Beet, dafür aber mit kleinem Windrädchen!

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8 Gedanken zu „Pflanzexperiment: Milpa, Update 1.

  1. rina.p

    Na ich bin auf jeden Fall interessiert. Wenn das funktioniert ist nächstes Jahr das Vatertagsgeschenk schon mal sicher 😉 Mein Vater liebt es Kürbisse anzupflanzen. Jeder bekommt von ihm Samen oder Setzlinge. Wenn das mit dem Mais noch klappen würde – ha…Kaum auszumahlen – Mein Vater wäre dann Mini-Mais-Bauer…hihi…;-)

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    1. dergrafvonborg Autor

      Dann komme ich wohl nicht drum herum, noch einmal ein Update zu machen, wenn sich Ergebnisse abzeichnen aber bis hierhin sieht es immer noch gut aus 🙂 Ein Fazit gibt es aber wohl jetzt schon: Mais mag nicht zu viel Wasser. Lieber einen Tag trockene Füßchen als nasse.

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  2. Stella, oh, Stella

    Ja, bitte, ich bin auch interessiert! Was für Bohnen hast du denn gesetzt? Kletter oder Busch? Ich finde solche Experimente sehr spannend.
    Mir hat auch mal jemand gezeigt, wie man aus einer Süsskartoffel ganz viele machen kann, aber das musste ich abbrechen wegen Umzug.

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    1. dergrafvonborg Autor

      Ich glaube es sind Kletterbohnen, immerhin soll der Mais ja als Rankhilfe agieren. „Neckarkönigin“ steht auf der Packung. Wenn nächste Woche mal gutes Wetter ist werden wohl die restlichen Kürbisse mit ins Beet kommen.
      Mit Süßkartoffeln habe ich so überhaupt keine Erfahrungen gemacht bisher. Was kann man denn da alles mit machen? Ich bin doch auch neugierig 😀

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      1. Stella, oh, Stella

        Aha, die Bohnen sollen am Mais hochranken. Bin wirklich gespannt, wie das wird.

        Süsskartoffeln kann man eigentlich genauso benutzen wie „normale“ Kartoffeln. Gut für Leute, die keine Nachtschattengewächse vertragen. Leider mag mein Mann die nicht, also ein grösserer Anbau würde sich für mich sowieso nicht lohnen.

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  3. Pingback: Pflanzexperiment: Milpa, Update 2. | des Grafen Lesestunde

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