Pflanzexperiment: Milpa, Update 2.

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Verwilderter Anblick, aber mit System. Das Windrädchen musste allerdings etwas umziehen.

Lange gab es keine Neuigkeiten aus dem Garten mehr, und dabei hatte ich doch Updates versprochen. Das Letzte liegt jetzt bereits eine Weile zurück. Damals hatte ich die auf der Fensterbank vorgezogenen Setzlinge frisch ausgepflanzt. Und seitdem hat sich viel getan.

Der Mais wächst beständig und unaufhaltsam. Auch wenn er noch Luft nach oben hat, er ist stabil und zeigt inzwischen auch die ersten Blüten. Dabei hat das Wetter, ganz besonders der Wind, ihm zeitweise das Leben echt schwer gemacht und er hat Böen aushalten müssen, bei denen ich wirklich Sorgen hatte.

Etwas weniger Glück scheine ich mit den Bohnen zu haben. Diese sind nicht alle aufgegangen … eigentlich nur knapp die Hälfte. Dafür haben die, die es geschafft haben, sich gleich die gewünscht verhalten und sich glücklich um den Mais geschmiegt. Inzwischen sind die ersten zaghaften Blüten zu sehen.

Und der Kürbis? Der wächst in die Fläche und deckt alles ab. Auch hier sind immer mehr schöne Blüten zu sehen, und wenn man sich ein paar Minuten Zeit gönnt, dann kann man den eifrigen Flugbetrieb von Hummeln und Bienen beobachten, die hier gerne zu Gast sind. Einen Kürbis hatte ich durch eine Zucchini ersetzt. Das war meine erste größere Ernte dieses Jahr. Auch wenn es bisher erst eine war, sie war beachtlich, und neue Blütenknospen sind sichtbar.

Und dann gibt es da noch die Überraschung. Die Komposterde, mit der ich das Beet etwas aufgefüllt habe, war offenbar nicht besonders steril. Zwischen den Setzlingen kam einiges hervor, was ich anfänglich stehen lassen wollte, um den Boden etwas zu schützen. Der Effekt von Bodenbedeckung auf die Feuchtigkeit ist wirklich beachtlich! Aber dann ist mir aufgefallen, dass das, was dort wächst, ein ganzer Wald von Tomaten ist. Ich habe keine Ahnung, welche Sorte es ist, aber ich habe mich dazu entschlossen, sie stehen zu lassen.

Das Experiment wird einfach um diese Komponente erweitert. Immerhin entspringen alle Teilnehmer in etwa dem gleichen Kulturraum, durch den stabilen Mais können die Tomaten Stütze und Schutz vor zu starkem Wind erhalten. Gleichzeitig habe ich eine höhere Bodenbedeckung und damit höheren Schutz vor Austrocknung. Die ersten Tomaten sind auch bereits auf dem Weg, werden aber noch etwas brauchen. Natürlich sind nicht nur Tomaten in der Erde, auch etliches, was ich nicht kenne, ein Rucola, Taubnesseln und Stiefmütterchen, welche für feine Farbtupfer sorgen.

Das Experiment mit der Milpa hat sich auf jeden Fall zu einem Blickfang entwickelt. Ich habe bereits mehrfach erlebt, dass Passanten die befestigten Wege verlassen haben um neugierige Blicke auf den Mais und, wenn man dann schon einmal da ist, auch auf den Rest des Campusgartens zu werfen. Das Feedback ist durchweg positiv!

Unsere Gründerin hat ein kleines Infovideo zum Garten gemacht. Für die, die es interessiert: Das ist unser Projekt. Eine kleine Oase am Rande des Campus, ein Spielplatz zum Ausprobieren und die ein oder anderen Leckereien.

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8 Gedanken zu „Pflanzexperiment: Milpa, Update 2.

  1. Stella, oh, Stella

    Ich finde das super, was ihr da gemacht habt. Nicht zuletzt dein Multibeet. Die sehen doch gut aus, die Pflanzen und dann ein gratis Tomatenwald, was will man mehr? 😉
    Ich hatte mal eine ganze Menge Schmetterlingsbuschsämlinge in einer gekauften Rose, auch nicht schlecht …
    Die Idee mit Hochbeeten aus Palletten werde ich auf jeden Fall im neuen Garten aufgreifen. Wir bekommen ja laufend welche durch die Pellet-Heizung. Ich kann mit einem anfangen und dann langsam ausbauen. Auf das Experiment freue ich mich schon. Vielleicht kopiere ich sogar dein Multibeet. Die Pflanzen sehen gesund aus, aber Bohnen brauchen viel Wasser zum keimen.

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    1. dergrafvonborg Autor

      Dankesehr! Ich bin auch, wenn ich ehrlich sein soll, ein klein wenig stolz auf den Garten. Er wächst beharrlich und wird richtig bunt. Viel Erfolg mit den Paletten. Sie eignen sich übrigens auch hervorragend für vertikale Kräuterbeete und ähnliches.

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  2. rina.p

    Der Mais ist ja hervorragend gewachsen. Mit Bohnen kenne ich mich nicht aus – aber Kürbis – ich glaube die einfachste Methode sein Beet zu begrünen. Der wuchert und ist so schön unkompliziert. Auch schön, Euer Gemeinschaftsgarten. Eine schöne Idee.

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  3. Pingback: Schokohelden | des Grafen Lesestunde

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