War, Sein, Werden V. – Ende

Das Zimmer wirkte in jeder Hinsicht schäbig und unterwohnt. Die Tapete war nicht gestrichen, vergilbt und irgendwann einmal schlampig und schief aufgeklebt worden. Der Boden war immer nackt geblieben, bis auf ein alter Handtuch, was als Teppich diente. Die einzelne Glühbirne über dem verschlissenen Sessel tauchte den winzigen Raum in ein zwar gelbes, aber trotzdem kaltes Licht. In diesem Sessel saß, mit untergeschlagenen Beinen, der Philosoph, und bekam von dem Zustand des Zimmers nichts mit. Er hing seinen eigenen Gedanken in seiner eigenen Welt nach.

„Was wäre,“ so dachte er „wenn die Menschheit eines Tages die Möglichkeit bekommen würde, in der Zeit zurückzugehen und zu sehen, wie vergangene Generationen wirklich gelebt hatten? Könnte man die Zeit überhaupt so beeinflussen? Was für ein Wesen müsste eine solche ‚Zeit‘ haben?“

In der gesamten Geschichte der Menschheit hatte sicherlich nie jemand einen solch kühnen Gedanken veröffentlicht. Er würde den Gedanken aufschreiben, würde eine Fragestellung formulieren, einige Überlegungen dazu notieren und dann die Fragestellung an das philosophische Konzil schicken. Sie würden sich an seinen Namen erinnern. Die Zukunft würde sich an seinen Namen erinnern.

Seine Fensterluke verdunkelte sich, als ein Erzfrachter vom Mars auf dem Mondhafen vor seinem Fenster zur Landung ansetzte. Eine teure Wohnung mit Erdblick konnte er sich nicht leisten aber über seinen Schreibtisch gebeugt würde er davon so oder so nichts mitbekommen.

‚Stellen Sie sich die Zeit als eine Achse vor, auf der man wandern kann. Stellen Sie sich vor, Menschen könnten sich beliebig auf dieser Achse bewegen. Was wäre, wenn man die zeit beeinflussen könnte?‘

Und damit fing der ganze Schlamassel von vorne an…

Das war der kleine Ausflug meines früheren Ichs in die Welt der Zeitreisen. Ich fürchte, die Geschichte funktioniert am besten, wenn man sie am Block liest, aber auch das braucht starke Nerven und Durchhaltevermögen. Wie immer sind aber Kommentare, Kritik und Meinungen immer gerne gesehen. Ich freue mich auf Feedback und bis zum nächsten Abenteuer.

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11 Gedanken zu „War, Sein, Werden V. – Ende

      1. Stella, oh, Stella

        Ich freue mich, dass du sie trotzdem mit uns geteilt hast. Ich finde es immer sehr interessant, was anderen Leuten zu Themen einfällt. Deshalb habe ich auch alle Beiträge zu „Schreib mit mir“ gelesen; sehr interessant wie unterschiedlich die Beiträge sind! Das erweitert den Horizont.

        Gefällt 1 Person

  1. rina.p

    Ich denke auch – am Stück wäre es besser gewesen – mir hat es auch gefallen. Ich finde es spannend zu denken, dass unsere Zukunft eigentlich vielleicht schon passiert ist und es unsere Gegenwart ist aber für unser zukünftiges Ich die Vergangenheit. Da bekomme ich Knoten im Gehirn wenn ich mir das versuche vorzustellen 🙂

    Gefällt 2 Personen

    Antwort
    1. dergrafvonborg Autor

      Danke Dir! Es ist alles im Fluss und jede Änderung kann einen neuen Weg einschlagen, auf dem plötzlich alles ganz anders abläuft. Wer weiß, ob man wieder zurück könnte, wenn man einmal in die Vergangenheit gesprungen ist?

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      Antwort
      1. dergrafvonborg Autor

        Bei StarTrek hat man leider oft gemerkt, dass Zeitreisegeschichten dann gekommen sind, wenn den Autoren die Ideen ausgegangen sind… Aber ab und zu waren die trotzdem gut gemacht. Wenn nicht nur Wert auf Knoten in Gehirnen gelegt wurde z.B.

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