Karawane

Nebelfeine und hauchdünne Schleier aus rötlich gelbem Sand wirbeln im heißen Wind, unerbittlich brennt die Sonne senkrecht auf die tanzenden Körnchen und den glatten grauen Stein darunter hinab. Behäbig schwankend trampelt die Karawane darüber hinweg, ohne auf das feine Glitzern der Körnchen zu achten. Zu alltäglich ist dieses Schauspiel, als dass man Schönheit darin finden würde. Es ist lediglich die See, durch welche die Wesen wie schaukelnde Schiffe wandern, und die Wirbel sind ihre Wellen. Statt des Plätscherns von Wellen am Bug ist lediglich das Knirschen der Körner unter Sohlen und Hufen zu hören, begleitet vom niemals wirklich schweigenden Gesang des Windes. Manches Mal trifft er genau im richtigen Moment auf die hoch aufgetürmten Dünen, um das leise Singen zu einer regelrechten Symphonie anschwellen zu lassen. Den Kamelen der Karawane ist das harmonische Dröhnen einerlei und ihre Last wirkt dadurch nicht leichter. Dennoch tragen sie sie mit stoischer Gelassenheit und Gleichgültigkeit der nächsten Oase und dem nächsten Stopp entgegen. Immer der Route und den Wegen folgend, die ihre Ahnen bereits vor Jahrtausenden gewandelt sind, immer in der Hoffnung, das Wasser der Oasen möge nie versiegen.

camel-Pixabay

2 Gedanken zu „Karawane

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