Shoppingwahn

Eigentlich hatte ich für heute einen etwas anderen Beitrag geplant, aber stattdessen wird es wohl mal seit längerem wieder eine Meinung… weil es davon im Internet noch nicht genug gibt. Wie immer und wie gewohnt, unreflektiert und voller Halbwissen, weil anders wäre es ja nicht authentisch.

Zur Zeit quillt mein Spamfach gnadenlos über. Alles ist voll mit Werbung. „Jetzt rechtzeitig an Weihnachten denken und unseren Black Friday Sale mitnehmen!“ Black Friday hier, Sale da, und dann noch Cyber Monday, am besten die ganze Woche. Alle sind sich einig: Kauf unseren Scheiß! Am besten gestern, am besten alles, am besten zu viel!

Und ich sitze hier, guck mich in meinem Zimmer um, und wunder mich. Ich bin kein Minimalist, der beinahe nichts besitzt. Ich bin auch nicht so arm, dass ich mir nicht leisten könnte, was ich haben möchte. Aber ich frage mich dennoch, wohin mit dem ganzen Zeug?! Und brauche ich das überhaupt? Wenn ich es hätte, was würde ich damit anstellen?

Das sind so Fragen, bei denen ich den Eindruck habe, viele Leute stellen sie sich überhaupt nicht. Da wird alles mögliche an Zeug gekauft, einfach nur um es zu haben. Wer weiß, wofür man es mal gebrauchen kann? Und es ist doch so praktisch! Nur am Ende liegt es nach zwei mal benutzen unbeachtet im Regal oder, weil da ist doch sowieso immer genug Platz und stört nicht das Bild, im Keller.

Wem nützt das?! Will man das als Konjunkturprogramm rechtfertigen? Wenn ja, was macht denn dann die Wirtschaft, wenn einmal alle Keller und Dachböden mit Gerümpel voll sind? Wird dann einfach alles weggeschmissen?

Wer dies für eine gute Idee hält, dem empfehle ich einmal einen Besuch in der nächsten Müllverbrennungsanlage. Wirf einmal einen Blick in den Müllbunker, beobachte den Kran, der mal eben eine Tonnenschwere Last greift und in den Trichter stopft. Und dann rufe Dir ins Bewusstsein, dass diese Rohstoffe dann nicht mehr im Kreislauf zur Verfügung stehen. Dieses Material ist dann verloren und kann (zum größten Teil) nicht mehr wiederverwendet werden. Und es geht ja nicht nur um das Material, was da vor Dir auf dem Tisch liegt, sondern auch noch um das, was man benötigt, um es anzufertigen.

Wir haben nicht unbegrenzt Ressourcen und Rohstoffe zur Verfügung. Irgendwann ist Ende. Und dann?

12 Gedanken zu „Shoppingwahn

  1. Linsenfutter

    Wir leben in einer „verrückten Zeit.“ Umsatz um jeden Preis. Egal ob Geld da ist oder nicht. Davon lebt die Wirtschaft. Man nennt den Wahnsinn wohl Konjunkturaufschwung. Die Gewinner sind immer dieselben, an die Verlierer denkt keiner. Schöne bunte Welt.

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  2. Stella, oh, Stella

    Das einzige, was man tun kann ist nicht mitspielen. Sachen, die man nicht mehr braucht ans Rote Kreuz oder andere Organisationen zu verschenken und Sachen, die man wirklich braucht ebendort zu kaufen.
    In Dänemark gibt es das Blaue Kreuz, die den Erlös ihrer gespendeten Waren Kindern aus Alkoholikerfamilien zukommen lassen, damit sie eine Zukunft haben. Wir haben uns umgestellt und kaufen ausser Unterwäsche und Socken alles dort. Die haben einen schnellen Umschlag, weil es wirklich viele minderbemittelte Familien gibt, auch im „hyggeligen“ Dänemark.

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      1. Stella, oh, Stella

        Wir doch auch, wer braucht schon ein Auto und ein Motorrad? Der reine Luxus. Aber wir versuchen in den täglichen Gebrauchsdingen und Dingen, die wir gar nicht benutzen, aufzuräumen. Als nächstes wird die Nestle-Espressomaschine (wegen Nestle und Alu-Kapseln) verschwinden. Oder die Kaffeemaschine aus dem Wohnwagen, was sollen wir mit zweien? Ein Schritt nach dem anderen.
        Ich habe schon mal drei Umzugskartons an das Rote Kreuz gegeben, das war noch in Deutschland, die hatte ich nach drei Umzügen immer noch unausgepackt im Keller stehen und hatte die Sachen nicht vermisst. 😀
        Übrigens, hier in Dänemark wird auch in einigen Wiederverwertungsanlagen alles, was noch heil und brauchbar ist, in einem Laden billig verkauft, auch Möbel. Das finde ich gut!

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  3. Eva

    Das ist wirklich interessant. Ich denke da genau wie du :brauche ich das, ist es sinnvoll, wo tu ich es hin. Auf der anderen Seite hamstere ich alle Kisten und Verpachtungen, ich will ungern etwas wegwerfen.

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