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Der Blödsinn der Woche 20.

Der heutige Blödsinn ist tatsächlich einmal eine Frage zu den Problemen des Universums. Seit dieser Woche ist die Welt ja leider einen brillanten Wissenschaftler ärmer, dem diese Frage dennoch zu banal gewesen wäre. Sei ihm seine Ruhe gegönnt, euch hingegen nicht so sehr 😉

 

Wenn es im Universum nur eine begrenzte Menge Materie gibt, wie kann es beim all-you-can-eat Buffet unbegrenzten Nachschub geben?

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Der Blödsinn der Woche 16.

Der heutige Blödsinn wanderte gestern über meine Timeline, mit dem Hinweis, er wäre geklaut, und eine Quelle dazu nicht mehr aufzufinden. Aber er stellt die aktuell moderne Diskussionskultur im Internet so schön dar, da wollte ich Euch dennoch teilhaben lassen. Ich hatte spontan das ein oder andere Gesicht dazu vor Augen. Wie war denn das noch mit Gesundheit, Essen, Bauchgefühl und co?

WhatsApp Gruppe „Gesundes Essen- leicht gemacht“

-Winnie wurde der Gruppe hinzugefügt-

Winnie: Hallo in die Gruppe, vielen Dank für die Aufnahme! Ich glaube, ich könnte ein wenig Nachhilfe beim gesunden Essen gebrauchen. Momentan esse ich, was mir schmeckt und soviel, bis ich satt bin.

Jenny: Ach du lieber Gott ….

Thorsten: Hallo Winnie! Schön, dass du da bist! Das hört sich so an, als ob du wirklich ein paar Tipps gebrauchen könntest!

Verena: Salzt du dein Essen?

Winnie: Wie meinst du das?

Verena: Na, ob du Salz verwendest!

Winnie: Ja klar!

Jenny: Ach du lieber Gott….

Verena: Du weißt aber schon, dass Salz Gift für unseren Körper ist? Als erstes würde ich dir empfehlen, sofort auf jegliches Salz in deiner Nahrung zu verzichten.

Winnie: Ja, aber das schmeckt doch dann grauenhaft!

Verena: Nein, der Körper gewöhnt sich daran. Du musst nur durchhalten und konsequent sein, dann wandelt sich dein Geschmacksempfinden in gut einem Jahr um. Ich bin ein neuer Mensch, seit ich auf Salz verzichte.

Winnie: Ah ok… und wie machst du das, wenn du auswärts isst?

Verena: Wie meinst du das?

Winnie: Na, im Restaurant oder Pommesbude!

Carmen: Pommesbude??????

Thorsten: Ich hoffe, das war ein Scherz !!!!!

Kec-Man: Du willst doch nicht sagen, du gehst an die Pommesbude?

Jenny: Ach du lieber Gott….

Winnie: Ähm, ja ab und zu gehe ich ganz gerne Pommes und so essen. Nicht so häufig, aber wenn ich mal Heißhunger drauf habe!

Jack the Crack: Also Heißhunger ist eine reine Willensschwäche. Du musst dich mental so stark machen, dass du deinen Körper in jeder Situation dominierst! Treibst du Sport?

Winnie: Ja, sehr gerne sogar. Ich gehe laufen, spiele Tennis und fahre immer mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Jack the Crack: Das ist alles kein Sport! Ich schicke dir mal einen Link zu unserem Boot Camp. Da machen wir aus Memmen Männer. Und du wirst sehen, je dicker deine Muskeln werden, umso stärker wird auch dein Wille!

Winnie: Ja, danke für den Tipp, Jack! Werde ich gerne einmal ausprobieren.

Kec- Man: Wieviel Gramm Eiweiß isst du am Tag?

Winnie: Das weiß ich nicht.

Kec-Man: Wie bitte? Wiegst du dein Essen denn nicht ab?

Winnie: Nein, warum?

Jenny: Ach, du lieber Gott….

Kec- Man: Wie behältst du denn dann den Überblick über dein Nährstoffverhältnis und deinen Grundumsatz?

Winnie: Was ist denn mein Grundumsatz?

Thorsten: Ich glaube, wir müssen bei Winnie ganz von vorne anfangen, Leute!

Carmen: Also Eiweiß ist ja nun auch nicht so ganz unbedenklich!

Kec-Man: Was sollte denn an Eiweiß ungesund sein?

Carmen: Zuviel davon zum Beispiel!

Kec-Man: Quatsch !!!

Carmen: Kein Quatsch!

Carsten: Auf jeden Fall keine Kohlehydrate! Also kein Brot, keine Nudeln, Kartoffeln, kein Mehl und kein süßes Obst!

Winnie: Das darf ich alles nicht essen?

Carsten: Auf keinen Fall. Weißt du was Kohlehydrate mit deinem Körper anstellen?

Winnie: Und was darf ich essen?

Kec-Man: Fleisch auf jeden Fall, weil da viel gesundes Eiweiß drin ist.

Veganella: Ich fasse es ja nicht! Das ist ja die größte Lüge überhaupt. Typisch für diese beschissene Gesellschaft!

Kec-Man: Was hast du denn für ein Problem???? Und was ist eine Lüge?

Veganella: Also, ich habe ein großes Problem mit solchen Mördern wie dir und dass du auch noch zum Tiermord aufrufst. Und die größte Lüge überhaupt ist, Fleisch und gesund in einem Satz zu nennen!

Carmen: Rotes Fleisch ist wirklich ungesund. Ich esse nur Pute!

Carsten: Geflüge ist dioxinbelastet, genau wie Eier. Sehr bedenklich! Da ist Rindfleisch vom Metzger deines Vertrauens schon die bessere Wahl!

Carmen: Nein, rotes Fleisch ist krebserregend!

Verena: Nur, wenn du es salzt!

Carmen: Quatsch, immer! Ich schicke dir mal einen Link!

Verena: Am besten isst du Fisch, Winnie. Natürlich ungesalzen.

Carsten: Fisch ist hochgradig
schadstoffbelastet!!! Fische nehmen die hohen Giftstoffe im Meer auf und geben sie an den Menschen weiter.

Veganella: Ja klar, fischt doch die Meere weiter leer! Gut, dass dann eure Kinder später gar nicht mehr wissen, wie Fische aussehen!

Carsten: Ich habe doch gesagt, dass man keine Fische essen soll.

Veganella: Dich habe ich doch auch gar nicht gemeint!

Winnie: Und was ist jetzt erlaubt?

Tolli: Wasser!

Winnie: Nur Wasser???

Tolli: Wasser ist unglaublich wichtig für deinen Körper. Ich trinke jeden Tag vier Liter Wasser.

Winnie: Und was isst du?

Carmen: Beim Wasser darauf achten, dass es ohne Kohlensäure ist.

Winnie: Ihhhhh….

Jack the Crack: Denke an deine Willensstärke. Ihhhh gibt es nicht, Ihhh ist schwach!!! Du hast dich übrigens noch gar nicht angemeldet zum Camp.

Winnie: Ja, äh, ich habe es mir noch nicht durchgelesen. Mache ich noch….

Mandy: Ich bin ja der Meinung, dass es nicht darauf ankommt, WAS du isst, sondern WANN! Ich esse nur morgens um 5.30 Uhr und dann nochmal um viertel nach drei am Nachmittag. Ansonsten nehme ich nichts zu mir. Und seitdem bin ich ein völlig neuer Mensch.

Winnie: So früh morgens schlafe ich noch, und am Nachmittag muss ich arbeiten. Ich habe um 10 Uhr Frühstückspause und um 13 Uhr Mittagspause. Und dann esse ich abends so gegen 19-20 Uhr, wenn ich wieder daheim bin.

Jenny: Ach du lieber Gott…

Mandy: Das ist ja unverantwortlich!!! Du musst unbedingt deine Essenszeiten ändern.

Winnie: Ja, wie gesagt, das geht ja aufgrund meines Jobs nicht!

Mandy: Ja, dann musst du dir einen anderen Job suchen. Gesundheit geht IMMER vor!

Winnie: Aber ich mag meinen Job!

Mandy: Deine Entscheidung…tzzzz!

Kec-Man: Du hast aber auch nicht wirklich Ahnung, Mandy! So wie du dich ernährst ist es total ungesund. Du brauchst 5 kleine Mahlzeiten am Tag.

Mandy: Ich weiß nicht, wo du dein Halbwissen her hast, aber das ist ja mal total falsch.

Kec-Man: Glaub ich aber nicht…

Mandy: Glaube ich für dich mit, denn ich habe schließlich eine zweiwöchige Ausbildung zur Ernährungsheilpraktikerin gemacht. Ich weiß sehr wohl, wovon ich spreche.

Kec-Man: Ernährungsheilpraktikerin, ich lach mich tot…

Mandy: Iss du nur 5mal am Tag, dann bist du eh bald tot.

Thorsten: Freunde, das bringt doch den Winnie jetzt nicht weiter. Also, iss viel Eiweiß und noch mehr Gemüse.

Verena: Aber nur ungesalzen!!!

Carsten: Also Gemüse…ich weiß ja nicht! Das sind ja pure Pestizide !!!

Veganella: Ich habe mal ein tolles Rezept für einen Kichererbsenauflauf verlinkt, Winnie. Darin ist alles enthalten, was dein Körper braucht und es schmeckt auch noch.

Kec- Man: Wenn das schmeckt, nenn mich Horst !!!

Veganella: Horst !!!!

Winnie: Also wie jetzt…kein Fleisch, kein Fisch, kein Gemüse, keine Kohlehydrate, keine Eier…

Verena: Kein Salz !!!!

Winnie: Ok, kein Salz! Aber was bleibt denn dann noch?

Tolli: Wasser! Habe ich doch schon gesagt. Wasser ist das Lebenselixier für deinen Körper!

Carsten: Mineralwasser ist mit mehr Kolibakterien belastet als eine öffentliche Toilette. Tolles Lebenselixier!

Tolli: Ich verwende ja auch ausschließlich selbstgefiltertes Regenwasser.

Carsten: Und du denkst bei den Schadstoffen in der Luft ist das dann besser???

Veganella: Ja sooooo typisch. Wenn es um EURE Luft geht, dann habt ihr Angst und tut was. Aber wenn es um arme Tiere geht, das ist euch scheißegal.

Kec-Man: Boah, kann einer diese Körnertante mal entfernen, die nervt …

Tolli: Mein Wasser ist nicht schadstoffbelastet. Ich lege Bergkristalle in die Regentonne!

Verena: Hab mir das Rezept mal durchgelesen. Da ist ja viel zu viel Salz drin.

Veganella: Ja wenn du mal auf Schlachttiere so achten würdest, wie auf dein scheiß Salz….

Verena: Es ist nicht MEIN Salz, ich hasse Salz, du dusselige Kuh!

-Winnie hat die Gruppe verlassen-

Walderdbeeren

Der Blödsinn der Woche 15.

Es ist die Zeit, in der viele Leute sich dem Wahnsinn von Neujahrsvorsätzen hingeben, die vermutlich bis jetzt schon größtenteils gestorben sind. Gleichzeitig gab es in den letzten Wochen reichlich und reichlich gutes Essen. Da passt doch irgendwie folgende Frage…

Wie viele Kalorien verbrenne ich, wenn ich vor meinen Problemen davon laufe?

Schwarzes Moor

ps.: Zur Zeit läuft immer noch meine Umfrage (*folge diesem Link*). Ich wäre Euch dankbar, wenn ihr die 5 Minuten erübrigen könntet oder Leute kennt, die dazu bereit wären. Immerhin seid Ihr meine beste Hoffnung, ein möglichst breit gestreutes Publikum zu erreichen 😉 Vielen Dank!!

Der Blödsinn der Woche 12.

Es ist nicht das Essen zwischen Weihnachten und Neujahr, was dick macht. Es ist das Essen zwischen Neujahr und Weihnachten. Für alle, die sich trotzdem Sorgen wegen des nahenden Fressfestes machen …

Wenn ich mein Essen anbrennen lasse, nehme ich dann einfacher ab,

weil die Kalorien/Joules schon verbrannt sind?

 

 

 

Hörsaalgetuschel – Ausgabe 145.

Mia und Tina

„Was ist denn hier passiert?“

Mia war regelrecht schockiert, als sie sich in ihrer Wohnung umsah. Es war nicht sehr offensichtlich, eher ein Gefühl, dass etwas anders war, als sie zur Tür hinein gekommen war, aber etwas war los. Das Wohnzimmer und das Schlafzimmer wirkten beide deutlich aufgeräumter, als sie es vom Morgen in Erinnerung hatte. Es war heller, offener und fühlte sich leichter an. Die Räume und der Flur wirkten größer und weitläufiger. Das konnte nur eines bedeuten: es war aufgeräumt worden. Und das wiederum konnte auch nur eines bedeuten: Erik war wieder da!

Freudig lächelnd drehte Mia sich um und hüpfte in die Küche. Wenn Erik da war, dann war es nicht nur aufgeräumter, es gab auch immer etwas Leckeres zu essen. Bis zum Abendessen konnte es also nicht mehr lange hin sein. Wie wäre es zum Beispiel mit Rotkohl, Bratwürstchen und Kartoffeln? Das war sogar eines der wenigen Gerichte, die sie selbst kochen konnte. Es war ihr nur meistens zu viel Arbeit und zum Spülen war sie so oder so zu faul. Der Duft von würzigem Kohl und den herzhaften Würstchen hing ihr bereits in der Nase. Es fehlte nicht mehr viel, und sie hätte die Töpfe und Pfannen klappern hören können.

Umso ernüchternder war es, dass sie weder dampfendes Abendessen noch Erik in der Küche vorfand. Stattdessen traf sie hier die Erkenntnis, wieso die Wohnung so aufgeräumt und lichtdurchflutet wirkte. Die Pfannen konnten nicht klappern, denn sie waren nicht da. Und das war bei Weitem nicht das Einzige. Geschirr, Besteck, Gewürze, Vorräte, die Mikrowelle, Wasserkocher und noch etliches mehr waren nicht mehr da. Weg. Verschwunden! Was war hier los?

Das Klappern der Wohnungstür unterbrach ihren Gedanken. Tina kam in die Küche, die Stirn in Grübelfalten gelegt, verträumt auf einen Punkt, irgendwo im Nichts blickend. Mia holte sie zurück, indem sie ihr einen Kuss auf die Lippen drückte und dann verdutzt auf den Schlüssel in Tinas Hand sah. Den Schlüsselanhänger hatte Mia vor einem Jahr aus einem Stück Holz geschnitzt, welches sie am Fluss gefunden hatte. Erik hatte es damals als abstrakte Kunst bezeichnet und an seinen Schlüsselbund gehängt. Er war jemand, der gewisse Dinge lieber heimlich liebte, statt überschwänglich zu loben.

„Ich habe heute Flo getroffen,“ eröffnete Tina das Gespräch. „Wir waren gemeinsam in der Mensa und da hat er mir Eriks Schlüssel gegeben. Erik hat ihm wohl gesagt, ich würde ihn besser brauchen können als er, also soll ich ihn jetzt haben.“

Mia hatte in den ruhigen Minuten der letzten Tage und Wochen immer wieder ein schlechtes Gewissen gehabt. Erik hatte ein paar Male das Gespräch mit ihr gesucht, aber immer sehr schlechte Zeitpunkte abgepasst. Sie hatte ihn jedes Mal vertröstet und versprochen, drauf zurückzukommen und sich gemeldet, aber dann die Zeit nicht mehr gefunden. Gut, wenn sie ehrlich war, dann hatte sie es auch ab und an einfach vergessen, oder es erschien ihr unpassend, ihn anzurufen, während sie gerade mit Tina im Arm auf dem Sofa saß oder im Bett lag. Jetzt war ihre Wohnung leer geräumt und Tina hatte seinen Schlüssel. War Erik wirklich so weit gegangen, aus ihrer gemeinsamen Wohnung auszuziehen, ohne ihr vorher etwas davon zu sagen? Tina suchte ihren Blick mit einem sehr seltsamen Ausdruck in den Augen. Ihre Worte waren unsicher, als würde sie sich absolut unwohl in ihrer eigenen Haut fühlen und am liebsten ganz weit weg laufen.

„Mia, bin ich hier an seiner Stelle eingezogen? Ist eure Beziehung jetzt wegen mir kaputt gegangen?“

„Natürlich bist du nicht an seiner Stelle eingezogen. Du bist viel zu toll, um einfach nur der Ersatz für jemanden zu sein! Und du kannst auch nichts dafür, dass er jetzt ausgezogen ist. Da war bereits vorher ganz anderes im Argen. Wir haben schon immer Phasen gehabt, wo es mal nicht so glatt lief. Also mach du dir da keine Sorgen.“

Aber natürlich machte Tina sich wohl sorgen und sie sich selbst auch. Wie konnte er sie einfach so verlassen? Ohne Vorwarnung, ohne ein weiteres Wort? Wieso hatte er mit ihr Schluss gemacht? Überhaupt realisierte sie bei diesem Gedanken zum ersten Mal, dass sie offenbar getrennt waren. Mia und Erik, das war Geschichte. Jetzt gab es nur noch Erik oder nur noch Mia. Das konnte doch unmöglich sein! Das hier war immer noch ihre gemeinsame Wohnung, in der sie ihre gemeinsame kleine Familie hatten gründen wollen, mit Katze und später einmal Kindern.

„Nur wieso hat er einfach Schluss gemacht?“ Sie murmelte die Worte nur in ihren nicht vorhandenen Bart, und aus dem dünnen Klang ihrer Stimme sprachen Unverständnis und Verwirrung. Sie hatte es einfach nur in den Raum hinein gesprochen, ohne mit einer Antwort zu rechnen. Umso unerwarteter war es, als tatsächlich eine kam.

„Also Flo meinte, dass Erik wohl nicht einmal Schluss gemacht hat. Erik sieht es wohl so, dass er noch versucht hat, mit dir zu reden, und es irgendwie zu retten, aber du hättest ihn verlassen und wohl nur vergessen, es ihm auch zu sagen.“

Das Schlimmste an Tinas Worten war vermutlich, dass ihr absolut nichts einfallen wollte, womit sie diese Aussage widerlegen konnte. Es war weder Tina noch Erik gewesen, es war nur sie selbst gewesen. Sie war so überzeugt gewesen, dass er wieder zurückkommen würde. Jetzt stand sie in einer halb leer geräumten Wohnung, sah in die leuchtenden Augen dieser kleinen zähen Frau vor ihr, und wusste, dass sie wenigstens nicht alleine war.

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Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln schafft es immer wieder, zum Gesprächsthema in der Politik zu werden. Politik und Medien befassen sich immer wieder damit, wenn es einen neuen Lebensmittelskandal gibt oder eine Studie mal wieder feststellt, dass wir zu viel wegwerfen. Was genau der Tonus dahinter ist, schwankt mit Zeit bis zur Wahl, dem berichtenden Organ und der Windrichtung.

Das letzte mal ist nun auch wieder eine Weile her, aber ich erinnere mich noch daran. Damals wurden wir darauf hingewiesen, dass das „Mindest-“ in Mindesthaltbarkeitsdatum einen Grund und eine Berechtigung hat. Etwas ist gerade abgelaufen? Bitte nicht blindlings wegwerfen, sondern zunächst prüfen und das Datum gegebenenfalls ignorieren. Tolle Erkenntnis! Ich hatte es für gesunden Menschenverstand gehalten und war damals reichlich erstaunt über diesen Rat. Inzwischen weiß ich, dass es gesunder Menschenverstand ist, dieser allerdings offenbar ein rares Gut ist.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist für mich eigentlich nie ein Thema. Es ist da, aber ich beachte es kaum. Mein Ziel ist es eher, möglichst wenig schlecht werden zu lassen. In der Regel bin ich recht erfolgreich damit. Auch wenn leider auch mir immer wieder einiges schlecht wird, wenn auch eigentlich nur Frisches. Können Konservendosen und Tütensuppen überhaupt schlecht werden?

Mindeshaltbarkeitsdatum

Wieso ich trotzdem neulich dran denken musste, ist einfach. In den Untiefen meines Kühlschrankes, genau genommen auf der mittleren von drei Ebenen, ganz links, fand sich eine Packung meiner nicht ganz so geliebten Süßigkeiten. Sie lag eine ganze Weile dort, seit ich sie geschenkt bekommen habe, um noch genauer zu sein. Ich habe nie besonders viele Gedanken daran verschwendet, nur in letzter Zeit ist die Pappverpackung etwas aufgeweicht und nass geworden. Wieso also nicht einen Blick riskieren? Auf der Stirnseite der Zitrusstäbchen findet sich tatsächlich ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Süßigkeiten können sich natürlich verändern aber schlecht werden? Bei korrekter Lagerung kann ich mir das nicht denken.

Zeit also, einen Blick zu riskieren. Die Plastikverpackung ist heile und geschlossen, der Inhalt offenbar völlig intakt. Etwas anderes hätte mich auch gewundert, die Stäbchen sind schließlich erst seit zwei Jahren abgelaufen. Zugegeben, die Schokolade ist teilweise leicht angelaufen aber das war es auch schon. Mehr ist nicht dran, optisch wie geschmacklich. Ich fühle mich also in meiner Ansicht bestätigt, dass dieses Datum bei vielen Lebensmitteln eher kosmetischer Natur ist. Es ist in den meisten Fällen völlig unproblematisch, sich auf das hauseigene Lebensmittelchemielabor zu verlassen. Nase und Zunge sagen uns doch meist ganz genau, ob wir etwas essen können und ob nicht. Immerhin stecken fast eine halbe Milliarde Jahre Evolution dahinter.