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Feiertage tun nicht gut

Ich habe leider keine Ausgabe Hörsaalgetuschel, die auf einen Ostersonntag passen würde… eigentlich habe ich nicht einmal eine Idee für einen regulären Sonntag. Dafür habe ich wieder andere Ideen im Kopf. Sind es Sackgassen oder der große Wurf? Man weiß es nicht. Aber immerhin sind mal Ideen da, und das ist ja auch schon einmal was.

Ich wünsche euch allen einen tollen Start in den Frühling!

 

Die Erkenntnis des Tages lautet: Feiertage tun mir nicht gut. Über das lange Wochenende bin ich zu meiner Familie gefahren. Weg von der Uni, weg von der Arbeit, weg von der Baustelle, räumlich wie emotional und geistig. Eine kurze aber wichtige Auszeit mit echtem Abstand, bevor der Wahnsinn in die finale Phase tritt und alles eskaliert.

Die ideale Zeit, sich auch einmal mit Freunden von früher zu treffen, die ebenfalls die freien Tage einmal nutzen, um sich in der alten Heimat aufzuhalten. Das letzte Mal ist bereits viel zu lange her und so gibt es viel zu erzählen und auszutauschen. Geschichten aus anderen Fachbereichen, Infos zu Themen, mit denen man sich lange nicht mehr befasst hat, wenn überhaupt, oder einfach nur eine Bemerkung in einem Nebensatz.

Und plötzlich passiert es. Ideen stehen im Raum, werden neu kombiniert, gedreht und von anderen Seiten beleuchtet. Und schon rennen da wieder Gedanken durch den Kopf, die man eigentlich schon die ganze Zeit hatte, aber immer effektiv unter viel Arbeit ersticken konnte. Wege tun sich auf, die man bisher immer ignoriert oder aber wenigstens verdrängt hat, weil sie schließlich noch mehr Arbeit bedeuten würden.

Aber gerade hat man nicht noch mehr Arbeit, sondern sogar ein wenig Zeit, einmal kräftig durchzuatmen. Wichtige Arbeiten bleiben dennoch auf der Strecke aber dafür kommt der Kopf so weit zur Ruhe, dass plötzlich anderes darin umher rennen kann. Und schon schieben sich in einer gewaltigen Orogenese neue Traumgebirge aus den Untiefen des Geistes hervor. Imposante Gletscher graben sich in die Täler und lassen helle, breite Korridore zurück, die verlockende Blicke auf so nahe Ziele zulassen.

Auf einmal scheint alles so klar und einfach zu sein. Hätte ich ein Notizbuch dabei, ich würde mich vermutlich direkt hinein stützen, alles aufzuschreiben. Aber ich habe nicht einmal einen Stift und so wird der größte Teil der Gedanken morgen Früh gemeinsam mit dem Rausch verschwunden sein. Dann sind die ganzen Wege wieder verschlossen, wenn sie nicht so gut waren, dass ich mich immer noch daran erinnere.

Oder aber, wenn ich nicht daran gedacht zu habe, sie irgendjemandem über die Messenger zu schreiben. Das ist vielleicht nicht die beste Methode, einen Gedanken zu retten, aber es ist immerhin eine.

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