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Wie funktioniert eigentlich … ein Monitor?

Wir alle benutzen sie, oftmals viele Stunden am Tag. Theoretisch hat wohl auch jeder schon einmal gehört, wie so ein Monitor funktioniert. Dennoch sind diese Erklärungen, so plastisch sie auch sein mögen, immer ein wenig abstrakt. Etwas ganz anderes wäre es doch, das ganze mal mit eigenen Augen sehen zu können, oder?

Und genau zu diesem Zweck möchte ich Euch ein Video von den Slow Mo Guys empfehlen. Ohne große Worte: Es zeigt genau das, was der Titel verspricht. Eben wie ein Bildschirm an sein Bild kommt und dieses in Bewegung versetzen kann. Herab gebremst auf Geschwindigkeiten, mit denen das menschliche Auge arbeiten kann, wird einiges sehr offensichtlich.

Ich finde, es sind gut investierte 10 Minuten. Lasst mich gerne wissen, ob für Euch viel Neues dabei war, oder ob Ihr es immerhin unterhaltsam fandet. Bis dahin, viel Spaß und immer neugierig bleiben!

Schokohelden

Es ist etwa eine Woche her, da fand sich in meinem Postfach eine Mail vom Organisator unseres Gartens, dem Referat Ökologie, die sich nicht auf den Garten bezogen hat. Anstatt selbst etwas anzupflanzen, solle ich doch anderen helfen, etwas anzubauen und Schokoheld werden. Was hat es denn damit auf sich?

Ich esse Süßigkeiten bevorzugt in unvernünftigen Mengen und natürlich schließt das auch Schokolade mit ein. Logisch also, dass ich den beiden Links folge und mir das einmal ansehen möchte. Der erste Eindruck? Jemand will mein Geld! Soweit nichts Besonderes und ich bin bereits auf dem besten Weg, das Interesse zu verlieren aber unsere Ökos müssen sich ja etwas dabei gedacht haben, also ist ein zweiter Blick vielleicht sinnvoll.

Worum geht es?

Link: perupuro.de – Worum geht es?

Ganz grob zusammengefasst: Es geht um ein StartUp, denen Bio nicht Bio genug und Fair Trade nicht Fair Trade genug ist. Also wollen sie die Welt verbessern, indem sie direkt zum Erzeuger gehen und dort die Wahre zu extra fairen Konditionen einkaufen. Und weil es ja auch extra Bio sein muss, kommt es gleichzeitig aus einer nachhaltigen Mischkultur (Agroforst). Aus den Bohnen werden dann eine Reihe von Produkten hergestellt… nur keine Schokolade. Und genau da setzt dann der zweite Link an, der mein Geld will.

Link: Startnext Kampagne von Perupuro – Schokoheld

„Wir haben eine Tonne Chuncho Edelkakao und wollen daraus unsere eigene Schokolade herstellen.“

Das ist das Vorhaben, von hier aus soll das Geschäft ausgebaut werden und dafür wird Geld benötigt, welches über Crowdfunding zusammenkommen soll. Einen Monat läuft die Kampagne noch, aber das Basisziel ist bereits erreicht.

Warum erzähle ich dennoch davon?

Weil das Konzept sowohl sozial als auch ökologisch nachhaltig ist und tatsächlich funktionieren könnte. Der ökologische Impakt soll im schlechtesten Falle Null sein, die Umwelt also nicht belasten, sondern ein gesundes Ökosystem fördern. Auch die Weiterverarbeitung soll durch nachhaltige und natürliche Ressourcen vonstatten gehen, um eine langfristige Produktion zu sichern.

Die Bauern sollen fair bezahlt werden und auf Kinderarbeit verzichten. Sie sollen von ihrem Lohn vernünftig leben können, denn wer arbeitet schon gerne nur fürs reine Überleben? Wir sind ja nicht bei Nestlé.

Das Ganze kostet natürlich deutlich mehr, als die Tafel vom Discounter für unter 5€/Kg. Aber beim Fleisch ist es doch auch gerade modern, auf bewussten Konsum zu achten und die Herkunft zu berücksichtigen. Vielleicht sichere ich damit nicht das Überleben des Landwirts im Nachbardorf, aber macht das wirklich so einen Unterschied? Die Welt ist klein genug, als dass uns das trotzdem etwas angeht. Es kann also nicht schaden, es sich wenigstens einmal anzusehen und darüber nachzudenken. Auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist, aber ganz viele davon sind genug um eine ordentliche Strecke zu laufen. Und irgendwo müssen wir schließlich anfangen. Das beste Konzept ist wertlos, wenn es niemanden gibt, der es unterstützt.

Pflanzexperiment: Milpa, Update 1.

Das letzte Wochenende war geprägt von strahlendem Sonnenschein im Wechsel mit gründlichen Regengüssen und angenehm milden Temperaturen. Grund genug, um die Eisheiligen für beendet zu erklären und mich an den Garten zu machen. Es wird schließlich höchste Zeit für sattes Grün, ehe im Sommer alles zu verbrennen droht.

Wie ich bereits angekündigt hatte, möchte ich dieses Jahr eine Milpa testen, eine lateinamerikanische Mischkultur. Dafür habe ich eine Fläche von etwa 2×2 Metern umgegraben und mit reichlich Komposterde aufgebessert. Leider kann ich wohl bei diesem Boden hier nicht die besten Ergebnisse erwarten, aber ich bin gespannt. Seit zwei Wochen stehen auch die Maiskörner bereits im Anzuchtgewächshaus auf der Fensterbank und keimen eifrig vor sich hin. Die Meisten jedenfalls, aber leider nicht alle. Schlechter sieht es bei den Kürbissen aus, die erst eine Woche Vorarbeit leisten konnten. Hier sind nur vier Stück gekeimt, die Hälfte also. Die Bohnen benötigen überhaupt keine Vorarbeit laut der Packung.

Da sie noch nicht so weit waren, habe ich zwei Mais- und zwei Kürbiskeimlinge erst einmal auf der Fensterbank gelassen und den Rest zum Garten gebracht. Für den Mais habe ich etwa einen halben Meter Abstand zwischen den Setzlingen gewählt, die Kürbisse haben jeweils mittig auf den Seiten ihre Position gefunden, die Bohnen sind etwa eine dicke Handbreit von den Maispflanzen entfernt gesetzt worden. Das gründliche Angießen hätte ich mir eigentlich auch sparen können, denn noch am gleichen Abend gab es einen soliden Regenguss. Geschadet wird es nicht haben.

Leider ist inzwischen deutlich, dass zwei Maissetzlinge nicht sehr glücklich mit der neuen Umgebung waren und sich lieber flach gelegt haben. Die beiden auf der Fensterbank verbliebenen sind auch immer noch dort und verhalten sich recht zaghaft bis sterbend. Dennoch bleibt das Experiment spannend für mich. Der Boden ist nicht optimal, der Standort zwar schön sonnig und warm, aber auch vergleichsweise windig und trocken. Der Mindestanspruch ist, das Saatgut zu verdoppeln. Immerhin ist es das Gruppenprojekt unseres Gartens, eine Samenbank aufzubauen. Wenn also alles wundervoll wächst, dann gibt es nicht nur eine leckere Ernte, sondern genug Samen, um nächstes Jahr das Ganze etwas auszubauen. Drückt die Daumen, dass es alles toll wird und, wenn ihr möchtet, gebe ich gerne weitere Updates, wenn es wieder etwas zu berichten gibt.

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Ein noch sehr unscheinbar aussehendes Beet, dafür aber mit kleinem Windrädchen!

Pflanzexperiment: Milpa

Ostern ist, wenn es an die Feiertage geht, das reinste Monster Frankensteins. Man nehme Frühlings- und Fruchtbarkeitsriten aus der halben Welt, werfe sie in den Mixer und wirbele das Ganze einmal gründlich durch. Dazu noch eine Prise okkulter Legenden aus einer guten Handvoll Kulturkreisen und fertig ist das Fest.

Aber da ich von Ostern nicht viel verstehe, beschränke ich mich doch heute einfach mal auf die Fruchtbarkeit und starte einen neuen Versuch. Diesmal geht es nicht um einen Pilz, sondern gleich um einen Drilling, denn ich habe die Samen für eine Milpa geschenkt bekommen.

Was ist eine Milpa? Nun, die Tüte ist beschriftet mit „Maya – Mix“ und das ist nicht einmal eine reine Marketinglüge. Die Kombination aus Mais, Bohnen und Kürbissen wird bereits seit „Jahrtausenden“ in Süd- und Mittelamerika gepflanzt. Sie dient dem Zweck, auf möglichst kleiner Fläche so schonend wie es geht einen hohen Ertrag zu erzielen, der im Idealfall auch noch vielseitig genug ist, dass es über das reine Hungerstillen hinausgeht.

Dabei dient der hohe Mais den Bohnen als Rankhilfe, die Bohnen tragen über ihre Wurzeln Stickstoff zurück in den Boden und düngen ihn so. Abgerundet wird das Ganze von Kürbissen, welche mit ihren flachen aber breiten Blättern den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und damit dem Vertrocknen schützen. Oder aber vor dem Regen, welcher ansonsten die kostbare Humuserde wegspülen könnte. Außerdem ziehen diese Pflanzen unterschiedliche Insekten an, oder stoßen sie ab. So schützen sie sich gegenseitig vor Schädlingen.

Soweit jedenfalls die Theorie. Nun geht es an die Praxis. Die Anzucht soll Mitte April gestartet werden und später, im Mai, auf einem Feld von nur zwei mal zwei Metern ausgebracht werden. Mais und Bohnen in der Mitte, Kürbisse außen herum oder dazwischen. Für die Fläche habe ich mir ein Stück vom Campusgarten an der Uni reserviert. Dort habe ich bereits ein kleines Beet, in dem aber beim besten Willen kein Platz für einen solchen Großversuch ist. Jetzt muss ich diese Fläche nur erst noch umgraben und vorbereiten. Das wird eine Menge Arbeit werden, denn die umliegenden Bäume und Sträucher haben solide Wurzeln. Außerdem ist der Boden leider recht mager und geringmächtig über dem anstehenden Muschelkalk.

Ich freue mich trotzdem sehr darauf, damit endlich loslegen zu können. Auch wenn sich das Konzept nicht auf industrielle Maßstäbe übertragen lässt, klingt es doch erst einmal nach einer effizienten und vor allem sehr bodenschonenden Methode, etwas anzubauen. Der besondere Clou dabei ist, das Saatgut von Bingenheimer ist nicht nur Bio, sondern auch Samenfest. Wenn das Experiment also gelingt, können die Samen gesammelt werden und im nächsten Jahr wieder gesetzt werden.

Wenn Ihr mögt, dann gebe ich ein Update, wie sich das ganze Projekt entwickelt. Habt Ihr vielleicht bereits Erfahrungen mit solchen kombinierten Pflanzungen? Gibt es Dinge, die ich noch berücksichtigen muss oder die es besonders zu beachten gilt? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Liebe Grüße

Euer Graf

Milpa Mischung

Das verwendete Saatgut von Bingenheimer (KEINE bezahlte Produktplatzierung. Ist ja auch bisher noch nichts gewachsen, womit man werbewirksam angeben könnte, auch wenn ich natürlich auf guten Ertrag hoffe)