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Der Blödsinn der Woche 20.

Der heutige Blödsinn ist tatsächlich einmal eine Frage zu den Problemen des Universums. Seit dieser Woche ist die Welt ja leider einen brillanten Wissenschaftler ärmer, dem diese Frage dennoch zu banal gewesen wäre. Sei ihm seine Ruhe gegönnt, euch hingegen nicht so sehr 😉

 

Wenn es im Universum nur eine begrenzte Menge Materie gibt, wie kann es beim all-you-can-eat Buffet unbegrenzten Nachschub geben?

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Nur eine kleine Revolution in der Hochschulpolitik

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die neue Revolution in der Hochschulpolitik? Damals habe ich noch wild spekuliert und mich ansonsten über die schönen Sonnenblumen gefreut. Inzwischen sind wir einen Schritt weiter, denn auch andere sind inzwischen darauf aufmerksam geworden, so auch die lokale Zeitung, welche hier schön großformatig und mit Foto davon berichtet. Und falls der Link nicht funktionieren sollte, habe ich Euch den Text einmal geklaut:

Cannabis-Pflanzen gedeihen auf Würzburger Uni-Campus

Sie ist eine wertvolle, uralte Kulturpflanze, angebaut schon vor tausenden Jahren. Weil aber weibliche Blüten zu Marihuana und ihr Harz zu Haschisch verarbeitet werden können, hat Hanf – wissenschaftlich Cannabis– hierzulande einen schweren Stand.

Umso erstaunlicher, dass auf dem neuen Würzburger Uni-Campus gar nicht wenige Cannabis-Pflanzen gedeihen. Eine Plantage für den studentischen Eigenverbrauch?

Beim Familienspaziergang Cannabis-Pflanzen entdeckt

Eigentlich will Felix Weinrich mit seiner Frau und den zwei kleinen Kindern nur einen gemütlichen Spaziergang durch das Gelände des neuen Campus Nord machen – die ehemaligen Leighton Barracks. Dort ist mächtig was los: Die Landesgartenschau wird angelegt, neue Wohnhäuser schießen aus dem Boden, und auch auf dem Unigelände wird ordentlich umgebaut.

Gymnasiallehrer Weinrich möchte seinen Kindern die vielen Bagger, Radlader und sonstigen Baufahrzeuge zeigen. Was die Familie aber dann entdeckt, ist eine Sache für Erwachsene: zierliche Cannabis-Pflanzen, direkt neben der Straße, auf dem freien Feld hinter der neuen Mensateria.

Hanf zwischen anderen Blühpflanzen

Die Gewächse sind eingestreut zwischen Sonnenblumen und anderen Blühpflanzen. Auf jeden Fall optisch eine feine Sache. Aber vielleicht noch mehr?

Beim Spaziergang dabei: Weinrichs Schwester und deren Mann, beides studierte Landschaftsökologen. Sie können den Cannabis sofort identifizieren. „Was uns wirklich erstaunte“, berichtet Deutsch- und Erdkundelehrer Weinrich, „war das Ausmaß der Verbreitung dort.“ Aus dem Rottenbauerer Grund kenne man eine wilde Bepflanzung, wo in selten Fällen auch Hanf wachse. „Aber nicht in dieser Menge!“

Strenge Auflagen für den Anbau von Hanf

Möglicherweise ein illegaler Drogenanbau mitten auf dem Uni-Campus? Recherchen der Redaktion führen zunächst zu Fachleuten aus Botanik und Pharmazie. Dr. Gerd Vogg, wissenschaftlicher Custos am Botanischen Garten, weiß um die Sensibilität des Themas: „Wenn wir für die Analytik in der Pharmazie einige Hanfpflanzen anbauen wollen, brauchen wir eigens eine Genehmigung der Bundesopiumstelle in Bonn.“

Dabei gibt es bei den Cannabisarten große Unterschiede: Um Haschisch und Marihuana erzeugen zu können, brauchen die Hanfpflanzen einen hohen Gehalt des Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC). Dieser beträgt beim kommerziell verwerteten Nutzhanf weniger als 0,2 Prozent.

Hanf als Nutzpflanze, für die Medizin – und für Drogen

Textilien, Öle, Dämmstoffe, Seile, Papier – die Palette legaler Hanfprodukte ist groß. Vor allem Sorten der Hanfart Cannabis sativa werden dafür eingesetzt, während der Indische Hanf (Cannabis indica) die entscheidende Rolle als Drogen- und Medizinpflanze spielt. Rein äußerlich, erklärt Vogg, seien die beiden Arten kaum zu unterscheiden.

Und was wächst am Hubland-Campus? Der Botaniker hätte – mit Blick auf die vielen Sonnenblumen auf dem Feld – eine plausible Erklärung: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um eine Saatgutmischung, die dort ausgestreut wurde. Auch in Mischungen von Vogelfutter finden Sie einzelne Hanfsamen.“ Also keine gezielte Cannabiszucht, sondern nur Begleiterscheinungen?

Studenten hatten „WEED“-Transparent aufgestellt

Einigen Studenten jedenfalls waren die hübschen Hanfgewächse aufgefallen. Zu ihrem Amüsement hatten sie vor wenigen Wochen an dem Feld ein Transparent aufgestellt mit der Aufschrift „WEED ’s to Entertain you“ (frei übersetzt: „Gras macht Spaß“). Ob auch „geerntet“ wurde, ist nicht bekannt.

Als der technische Betrieb der Uni das Banner bemerkte, holte man es ein und wies die Pressestelle der Hochschule auf das Cannabisfeld hin. Entsprechend ging man auch dort interessiert der Hanfherkunft nach.

Verbindung zur nahen Landesgartenschau 2018

So kann Pressesprecher Gunnar Bartsch mittlerweile aufklären: In direkter Nachbarschaft zur Landesgartenschau 2018 steht die Pflanzaktion mit ihr in Zusammenhang. Das Gelände, so Bartsch, solle möglichst ansprechend aussehen. Also überlegte man sich beim zuständigen Staatlichen Bauamt, wie die Brachfläche hinter der Mensateria ökologisch aufzuwerten ist.

Beraten ließ man sich von der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim, mit der die Staatsbauer auch sonst eng kooperieren. Und die LWG-Experten empfahlen eine spezielle Wildpflanzenmischung, die sich auf dem Boden und in der Lage am Campus Nord angeblich gut entfaltet. Das Ergebnis gibt den Öko-Fachleuten Recht.

Wildpflanzenmischung der Veitshöchheimer Landesanstalt

Seit 2008 entwickelt die LWG zusammen mit Projektpartnern aus ganz Deutschland artenreiche mehrjährige Wildpflanzenmischungen mit 15 bis 25 Pflanzenarten für die Biogasproduktion. Energiepflanzen, die gleichzeitig Lebensräume für Wildtiere schaffen.

Die „starkwüchsige Veitshöchheimer Hanfmischung“ zaubert einen wahren Blütenreigen auf den Unicampus: Sonnenblumen, Schmuckkörbchen, Stockrose, Fenchel, Wegwarte, Herzgespann – und Faserhanf. Mangels THC-Gehalt ist allerdings bestenfalls der Anblick der Blütenpracht berauschend.

Quelle: http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Hanf-Landesgartenschau-2018-Marihuana-Pharmazie;art735,9780244
© Main-Post 2017

Es ist also nur eine kleine Revolution in der Hochschulpolitik. Statt der Haushaltskasse sollen nur die Optik und die Ökologie des Campus renoviert werden, und das sogar noch höchst offiziell und abgesegnet. Auch wenn mir das so weit bekannt war, oder wenigstens aber extrem naheliegend und leicht zu erschließen, irgendwie ist es dann doch fast ernüchternd. Mir hat meine Idee eigentlich ganz gut gefallen, auch wenn sie nach wie vor nicht legal wäre.

Was die Ernte angeht, sind wir übrigens einen Schritt weiter als die Zeitung. Ja, man weiß von kleinen Mengen, die geerntet wurden. Allerdings nicht zum Rauchen, sondern als Raumlufterfrischer und Duftspender. Und als optisches Zierelement. Wie der Artikel auch beschreibt, Faserhanf zu rauchen wäre auch reichlich unbefriedigend. In diesem Sinne …

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Ist inzwischen übrigens verblüht und sehr viel kahler

Mystery Award

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„Ich habe Dich und deinen wunderbaren Blog für den Mystery Award nominiert“ schrieb mir Thomas von teekaysite in die Kommentare, und erweist mir damit eine große Ehre, obwohl ich ihn erst seit kurzem zu meinen geschätzten Lesern zählen darf. Vielen Dank dafür! Ich habe nur mal wieder überhaupt keine Ahnung, was dieser Award überhaupt ist, zumal so etwas gerne einmal völlig an mir vorbei geht. Den letzten Liebster Award habe ich sogar an meine Protagonisten im Hörsaalgetuschel abgegeben (Ausgabe 96). Aber vielleicht traue ich mich ja doch etwas aus der Versenkung, mal ansehen schadet schließlich noch nicht.

Also, der Mystery Award stammt diesmal von Okoto Enigma, die damit „amazing bloggers with ingenious posts“ mit der Anerkennung bedenken will, die sie verdienen. Und generell, mehr Liebe für alle!

The Rules of the Award

  • Put the award logo/image on your blog.
    Stelle das Logo in dein Blog.
  • (Sieht man ja, offenbar)
  • List the rules.
    Liste die Regeln auf.
  • (Hiermit erledigt… okay, ich habe eigentlich den ganzen Rahmen einfach nur kopiert und den Text ausgetauscht)
  • Thank whoever nominated you and provide a link to their blog.
    Danke der Person, die dich nominiert hat, und füge einen Link zu ihrem Blog bei.
  • (Siehe oben 😉 Aber gerne auch noch einmal vielen Dank)
  • Mention the creator of the award and provide a link as well.
    Nenne die Urheberin des Awards und füge ebenfalls einen Link bei.
  • (Siehe ebenfalls oben)
  • Tell your readers 3 things about yourself.
    Erzähle den Lesern drei Dinge über dich.
  • (Siehe diesmal nicht oben, sondern unten)
  • You have to nominate 10 – 20 people.
    Nominiere 10 bis 20 Personen.
  • (ui, davon bin ich überhaupt kein großer Freund, aber ich schätze mal, das sind einfach die Regeln. Ich mag keine Regeln. Und abgesehen davon, kennen sich die meisten Blogs in meinem Umkreis eh gegenseitig. Ich sehe doch Eure Likes und Kommentare überall 😉 Da verzichte ich vielleicht auf diesen Punkt.)
  • Notify your nominees by commenting on their blog.
    Informiere die Nominierten, indem du in ihrem Blog kommentierst.
  • (Denk dir hier einen gelben Klecks Senf, den ich abzugeben hatte… Kontinuität und so)
  • Ask your nominees any 5 questions of your choice; with one weird or funny question (specify)
  • Stelle den Nominierten fünf Fragen deiner Wahl; eine davon sollte seltsam oder lustig sein.
  • (Ich nehme mal an, diese Fragen sollen auch beantwortet werden? Ich jedenfalls tu das einfach mal.)
  • Share a link to your best post(s).
    Teile einen Link zu deinen besten Posts.
  • (Aber uff erstmal…)

 

Drei Dinge über mich. Zählt es, wenn ich sage ich bin Blogger, ich atme und bin männlich? Oder ist das zu witzlos?

  1. Wenn mir jemand einen Hinflug zum Mars anbieten würde, ohne Rückflugmöglichkeit, ich weiß nicht, was ich machen würde. Vermutlich aber ablehnen, da es mir dort einfach zu kalt wäre.
  2. Es gibt nur sehr wenige Dinge in meinem Leben, für die ich mich länger begeistern konnte. Hauptsächlich gibt es Strohfeuer.
  3. Ich bin langsam. Ich lese langsam, ich schreibe langsam, ich studiere (zu) langsam und oft genug glaube ich, ich denke auch zu langsam.

Die fünf Fragen an die Nominierten – Nummer 1 ist die „funny or weird“ Frage 😉

  1. warum ist schwarz keine Farbe?Weil schwarz keine Farbe ist, sondern ein Gefühl.
  1. was war Dein letztes „Ich_brauch_sofort_ein_Loch_in_dem_ich_sofort_verschwinden_kann“-Erlebnis?Kommt drauf an. Wartet in dem schwarzen Loch mein Bett und ein Zeitstopper? Dann habe ich einen kleinen Blumenstrauß an Momenten zur Auswahl. Aber wenn es einfach nur ein ganz klassisches Loch zum Verschwinden nach peinlichen Situationen sein soll… puh, ich kann es echt nicht beantworten.
  1. Fremdschämen – für wen oder was?Privatfernsehen und Bildzeitung? Für das, was als Comedy beschimpft so gerne und völlig zu Unrecht im Fernsehen läuft. Ich bin da generell recht schnell dabei.
  1. was war heute Dein absoluter Glücksmoment?Heute hatte ich noch keinen, aber gestern. Der Anblick des opulenten Abendessens und später der Sprung ins Bett.
  1. wann hast Du das letzte Mal auf Dein Handy geschaut?Ich hatte mein Telefon heute recht häufig in der Hand, allerdings fast ausschließlich zum fotografieren. Dort im Wald hätte ich eh keinen Empfang von irgendwas gehabt.

 

Und nun: Die Nominierten!

Och nö, eigentlich lieber nicht. Ich folge so vielen guten Blogs, einige aktiver, einige eher selten aber mit trotzdem sehr sehr guten Beiträgen. Da fühlt es sich irgendwie unfair an, nicht alle zu nominieren. Also gebe ich nun einfach Fragen, und wem sie gefallen, der darf sich aufgefordert fühlen, mitzumachen und sie als Nominierter zu beantworten.

  1. Wo kämen wir hin, wenn jeder bloß sagte „wo kämen wir hin“ und niemand ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir denn gingen? (Die Quatschfrage, offensichtlich)
  2. Welche Musik bringt für Dich den Sommer gleich zurück?
  3. Auto, Bus, Fahrrad, Bahn… Was würdest Du für den Alltag bevorzugen und wieso?
  4. Was hat dich in letzter Zeit fast (oder auch mit Erfolg) in den Wahnsinn getrieben?
  5. Welche Gewürze dürfen in keiner Küche fehlen?

 

Zum Abschluss wird nach meinem besten Blogbeitrag gefragt. Aber nach welchen Kriterien? Und in welchem Zeitraum?

Nach Aufrufen war es dieses Jahr meine Startseite, gefolgt von dem Versatile Blogger Award. Für den gesamten Zeitraum kommt noch Über die Lesestunde hinzu. Fast schon ernüchternd, dass keine schöne Geschichte die Liste anführt, sondern nur ein gelifteter Kettenbrief. An wirklichen Blogtexten gibt es hier zwei Gleichplatzierte mit Blick von Außen und Kunst um sich selber willen.

Aber da die Frage nur ist, was mein bester Beitrag ist… also wenn es um Lieblingstexte geht (im Sinne von in meinen Augen am besten gelungen), dann ist es echt schwer zu entscheiden. Aber Neptuns Tribut, Hunger oder Den Kopf in den Wolken fand ich irgendwie immer einige meiner besseren Werke. Die Momente sind auch immer wieder lohnenswert, oder widerspricht da jemand?

 

Dankesehr fürs dabei sein und wie erwähnt, wem die Fragen gefallen, der ist herzlich eingeladen, sich als nominiert zu betrachten. Liebe Grüße, euer Graf

Das Kartenspiel

Wir haben gespielt, uns gegenseitig die Karten zugeworfen, aber nach verschiedenen und doch so ähnlichen Regeln.

Am Anfang fiel es nicht einmal auf, doch plötzlich passten die Karten nicht mehr. Wir waren frustriert und verärgert. Doch manche Karten sind in jedem Spiel die höchsten und du hast sie meisterhaft ausgespielt. Du hast den Tisch sauber abgeräumt und dich dann bitterlich triumphierend einem anderen Spiel mit neuen Spielern zugewandt. Ich war zurückgelassen, irritiert und verprellt. Das Spiel war gelaufen und vergangen, keine Chance auf Revanche oder weitere Anläufe.

Und auch wenn es nicht schön war, es war okay. Menschen spielen und irgendjemand würde sicherlich auch mir wieder Karten zuschieben. Doch die Karten, die hier so unerwartet wieder vor mir liegen kommen von dir und ich habe dein Spiel noch weniger durchschaut, als ich es zunächst glaubte.

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Herz voller Geschichten

Es gibt Tage, da quillt das Herz über vor Geschichten. Es will sich frei brüllen, ausschütten, allen Frust von der Seele tanzen und in freudigen, goldenen Erinnerungen baden. Es will von leuchtend roten Sonnenuntergängen träumen, während der leichte Wind der Nacht die Baumwipfel streichelt, will den Sand unter seinen Füßen spüren, der von weichen Wellen durchnässt wurde. Es will in den Augen geliebter Personen versinken können und das Salz auf ihrer Haut schmecken. Wie ein Sturmwind würde es auf dem Rücken von wahren Bestien reiten, oder im Bauch höllischer Maschinen, hinweg fegend über weite Ebenen oder durch enge Schluchten. Scharfe Klippen oder monumentale Prachtbauten würden vorüberschießen, viel zu schnell, als dass man sie wirklich erfassen könnte. Dann wieder würde es am Tisch einer Bauernfamilie im Mittelalter sitzen, während die schwarze Nacht draußen nur von scharfen Blitzen erhellt wird und ein Unwetter an den Fensterläden reißt, als würde es den ganzen Hof von der Erdkarte pusten wollen. Im Ofen prasselt ein warmes Feuer und im schummrigen Schein der Kerzen sitzt das Herz auf einem Holzschemel und erzählt eifrig lauschenden und weit aufgerissenen Augen und Ohren von fernen Ländern voller abenteuerlicher Tiere, fremder Düfte, atemberaubender Naturwunder, feiner Gewürze und Öle und unfassbarer Maschinen.

Das alles würde das Herz gerne machen, aber es ist niemals alleine in einem Körper. Eine Etage weiter wohnt der Geist, und wenn er Amok läuft, dann droht er das arme Herz mit all seinen Geschichten zu ersticken. Dann breitet sich sein grauer Nebel von Stumpfsinn und Müdigkeit bis in jede Finger-, Zehen- und Haarspitze aus. Dann reißt jeder zierliche Faden eines Gedankens und eines Traumes ab, wird durchschlagen von endlosen Zahlenkolonnen, dringlichen Aufgaben, lästigen Pflichten, unangenehmer Fristen oder erschlagender Verantwortung. Gnadenlos, wie ein Feuer, frisst sich der Geist in jede Faser seines Wirtes, denn er duldet keine Götter neben sich, ohne Pause, ohne Luft zu holen. Erst, wenn er sich schlafen legen möchte und zur Ruhe gezwungen wird, wagt sich das verkümmerte Herz hervor, nimmt den Geist vorsichtig an der Hand und sie begeben sich auf eine Reise voller ungeahnter Wunder. Denn auch wenn sich der Geist kaum traut es zuzugeben, ohne das Herz würde er die Nächte allein und unter erstickenden Tränen verbringen.

Momente XI

Ein Sonnenstrahl bricht durch die Blätter des Kirschbaumes, der bereits seit Monaten schon keine Früchte mehr trägt. Er bricht sich in den Staubkörnern, die in der stickigen Sommerluft schweben, und fällt schlussendlich genau in das Zentrum einer strahlenden Sonnenblumenblüte. Stumm und regungslos steht sie dort, wie auf Leinwand gebannt, und die einzige Bewegung rührt von der Hummel her, welche durch ihr Zentrum krabbelt. Ihr Gewicht reicht aus, um die große Blume ganz leicht in Schwingung zu versetzen, ihre Blütenblätter zum Zittern zu bringen. Die ganze Aufführung tanzt im Takt der Lieder, welche die Vögel in den Bäumen trällern. Eben noch schien es alles reglos zu sein, doch nimmt man sich etwas Zeit und Ruhe, regt sich das Stillleben. Die kleine Maus in der Bruchsteinmauer hat bis eben auch tatsächlich stillgehalten. Jetzt aber huscht sie nervös über den Rindenmulch Weg und verschwindet unter dem Schlehenbusch. Der Hase auf der großen Wiese oder die Bienen in ihrem Stock daneben zeigen sich davon unbeeindruckt. Besonders bei den Bienen fällt der Effekt des Stilllebens auf, denn es hat bis jetzt gedauert, um zu bemerken, dass viele der Staubkörner, welche so fidel in der stehenden Luft tanzen, eifrige Bienen sind, die ihre letzten Pollenernten des Jahres nach Hause bringen. Und bald werden die Sonnenstrahlen nicht mehr zwischen Blättern, sondern kahlen Zweigen tanzen. Nur die bauchigen Wolken bleiben bestehen und treiben gemächlich dahin.

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Die neue Revolution in der Hochschulpolitik?

Jedes Semester zur Prüfungsphase sind vermehrt Beschwerden, über zu hohen Stress im Leben der Studierenden zu vernehmen. Bereits leicht vernachlässigte Zeitplanung sorgt für kritische Kumulation des Workload in kritischen Zeitphasen, was mit schweren psychischen Problemen einhergehen kann. Entstehende Prüfungsangst und Depressionen sind hier nur der Anfang.

Und jedes Mal werden die Rufe nach einer Reformation des Bildungssystems laut. In der fortschreitenden Internationalisierung des Arbeitsmarktes und damit dem wachsenden Konkurrenzdruck ist ein dankbarer Sündenbock leicht gefunden. Lösungsansätze bietet das jedoch nicht.

Ebenso drückt der Wegfall der Studiengebühren auf das Budget der Bildungseinrichtungen und verhindert eine Verbesserung von Lehre und, auch psychologischer, Betreuung der Studierenden. Möglicherweise bietet ein Experiment einer großen fränkischen Universität eine Möglichkeit, gleich mehrere dieser Probleme in einem Rutsch effektiv zu bekämpfen.

In einem Versuch, der zunächst nur auf drei Jahre ausgerichtet ist, wird hier eine Brachfläche für ein ökologisches Experiment genutzt, welches in Teilen gleichzeitig durch lukrative Verkäufe für frisches Kapital sorgen kann. Gleichzeitig kann durch den kontrollierten Anbau gewährleistet werden, dass den Studierenden nur hochwertige, saubere und wirksame Entspannungshilfen verkauft werden. Die ersten Ergebnisse der Studie stehen noch aus, zumal auch nicht alle politischen Hürden ausgeräumt werden konnten. Hier wird hoffnungsvoll auf die anstehende Bundestagswahl verwiesen.

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Meine sehr verehrten Damen und Herren. Treten Sie näher und genießen Sie das Suchbild!

Schokohelden

Es ist etwa eine Woche her, da fand sich in meinem Postfach eine Mail vom Organisator unseres Gartens, dem Referat Ökologie, die sich nicht auf den Garten bezogen hat. Anstatt selbst etwas anzupflanzen, solle ich doch anderen helfen, etwas anzubauen und Schokoheld werden. Was hat es denn damit auf sich?

Ich esse Süßigkeiten bevorzugt in unvernünftigen Mengen und natürlich schließt das auch Schokolade mit ein. Logisch also, dass ich den beiden Links folge und mir das einmal ansehen möchte. Der erste Eindruck? Jemand will mein Geld! Soweit nichts Besonderes und ich bin bereits auf dem besten Weg, das Interesse zu verlieren aber unsere Ökos müssen sich ja etwas dabei gedacht haben, also ist ein zweiter Blick vielleicht sinnvoll.

Worum geht es?

Link: perupuro.de – Worum geht es?

Ganz grob zusammengefasst: Es geht um ein StartUp, denen Bio nicht Bio genug und Fair Trade nicht Fair Trade genug ist. Also wollen sie die Welt verbessern, indem sie direkt zum Erzeuger gehen und dort die Wahre zu extra fairen Konditionen einkaufen. Und weil es ja auch extra Bio sein muss, kommt es gleichzeitig aus einer nachhaltigen Mischkultur (Agroforst). Aus den Bohnen werden dann eine Reihe von Produkten hergestellt… nur keine Schokolade. Und genau da setzt dann der zweite Link an, der mein Geld will.

Link: Startnext Kampagne von Perupuro – Schokoheld

„Wir haben eine Tonne Chuncho Edelkakao und wollen daraus unsere eigene Schokolade herstellen.“

Das ist das Vorhaben, von hier aus soll das Geschäft ausgebaut werden und dafür wird Geld benötigt, welches über Crowdfunding zusammenkommen soll. Einen Monat läuft die Kampagne noch, aber das Basisziel ist bereits erreicht.

Warum erzähle ich dennoch davon?

Weil das Konzept sowohl sozial als auch ökologisch nachhaltig ist und tatsächlich funktionieren könnte. Der ökologische Impakt soll im schlechtesten Falle Null sein, die Umwelt also nicht belasten, sondern ein gesundes Ökosystem fördern. Auch die Weiterverarbeitung soll durch nachhaltige und natürliche Ressourcen vonstatten gehen, um eine langfristige Produktion zu sichern.

Die Bauern sollen fair bezahlt werden und auf Kinderarbeit verzichten. Sie sollen von ihrem Lohn vernünftig leben können, denn wer arbeitet schon gerne nur fürs reine Überleben? Wir sind ja nicht bei Nestlé.

Das Ganze kostet natürlich deutlich mehr, als die Tafel vom Discounter für unter 5€/Kg. Aber beim Fleisch ist es doch auch gerade modern, auf bewussten Konsum zu achten und die Herkunft zu berücksichtigen. Vielleicht sichere ich damit nicht das Überleben des Landwirts im Nachbardorf, aber macht das wirklich so einen Unterschied? Die Welt ist klein genug, als dass uns das trotzdem etwas angeht. Es kann also nicht schaden, es sich wenigstens einmal anzusehen und darüber nachzudenken. Auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist, aber ganz viele davon sind genug um eine ordentliche Strecke zu laufen. Und irgendwo müssen wir schließlich anfangen. Das beste Konzept ist wertlos, wenn es niemanden gibt, der es unterstützt.

Perlen

Die Welt ist rund, dreht sich im Kreis, immer um ihre eigene Achse. Es wird voll auf dieser kleinen blauen Perle im Nichts. Dicht gedrängt in goldenen Käfigen aus Stahl und Beton kriecht und krabbelt es. Ein Ameisenhaufen aus Blech und dazwischen die Menschen. Sie müssen miteinander leben, einander aushalten. Für alles andere ist kein Platz mehr. Kleine Häufchen von Menschen bilden sich, einzelne Gruppen, verbunden durch irgendetwas, was sie vereint. Ideen, Träume, Ideologien, und was vereint, das kann genau so trennen.

Zwischen den Clustern und Gruppen schwimmen einzelne lose Elemente. Sie passen nicht ins Bild, nicht so wirklich zum Rest, und gehören dennoch zweifelsfrei dazu, dann aber auch wieder genau nicht. Niemand kann sie ganz zuordnen, etwas mit ihnen anfangen. Es sind Fremdkörper im System, obwohl sie Teil eben dessen sind. Nicht so sehr wie ein Sandkorn im Getriebe der Maschine. Eher wie ein paralleler Prozess, verbunden aber gleichzeitig doch auch abgeschieden.

Die Gesellschaft ist nicht begeistert von diesen Elementen. Sie versteht sie nicht, kann sie nicht durchschauen und will sich nicht wirklich mit ihnen befassen. Sie sind ausgegrenzt, weil sie ausgegrenzt werden und auch, weil sie sich selbst ausgrenzen, sich von der Menge abheben und isolieren.

Von beiden Seiten aus wird eine Mauer gebaut, Stein um Stein, Lage um Lage, Schicht um Schicht. Unterschiedliche Ideen, Ideologien und Vorstellungen, die unvereinbar aufeinanderprallen. Fremdkörper, wie Sandkörner in einer Muschel. Bunt schillerndes Perlmutt wird aufgetragen, um die Kanten zu runden, um den Fremdkörper nicht mehr sehen zu müssen. Mit jeder Lage wird das einstige Sandkorn größer, stärker, und runder. Mit jeder Lage wird dir Schicht dicker, die Abgrenzung deutlicher und unüberwindbarer. Eventuell verkleben zwei Perlen miteinander und werden zu einer, aber es ist selten, dass diese Mauer wieder angenagt wird, um das eigentlich schon vergessene Sandkorn darin zu suchen.

Wenn es doch einmal passiert, dann müssen dicke Lagen einer soliden Wand abgetragen werden, Löcher hinein gepickt werden, aber verschwinden wird sie nie wieder ganz. Das ist der Schutzpanzer, in den sich der Fremdkörper des Systems zurückzieht, denn wenn er eines gelernt hat, dann ist es, dass er anders ist. Er braucht die Anderen nicht. Er war schon immer auf sich gestellt und wird es auch weiterhin sein können. Das Perlmutt schimmert in allen Farben des Regenbogens und wenn man ganz genau hinsieht, vielleicht sogar etwas mehr. Man muss sich vielleicht etwas drehen, um es zu sehen. Im Kreis und um die eigene Achse. Wie die kleine blaue Perle im Nichts.

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Der Blödsinn der Woche 4.

Selbst die ältesten Fragen der Menschheit erlauben immer auch eine alternative Sichtweise und wo man bei manchen Formulierungen noch etwas mogeln kann, ist es bei anderen schon etwas schwerer.

Was war zuerst? Die Eichel oder die Eiche?

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