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Den Kopf in den Wolken – Teil 4. – Ende

Die Maschine glitt lautlos über finstere Wipfel dahin. Noch ein wenig und unter ihr würde sich der Wald über einen schmalen aber besonders geraden Fluss öffnen. Die Sonne war längst über den Horizont verschwunden und hatte nur ein letztes vorsichtiges Nachglühen zurückgelassen. Ohne den Motor stand auch die Beleuchtung der Maschine nicht zur Verfügung. Er hatte das Fenster aufgeschoben und den Kopf hinaus gestreckt. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete er den Wald unter sich, achtete auf jede kleine Unregelmäßigkeit und verließ sich ansonsten völlig auf sein Gefühl.

Es ließ ihn nicht im Stich. Kurz bevor ihm die Bäume den Rumpf aufgerissen hätten öffnete sich die Schneise und nahmen das Flugzeug auf. Als wäre er in ein Loch gefallen sackte das Flugzeug unter ihm weg, sackte zwanzig Meter ab, bis es sich kurz über dem Wasser fing. Eine grüne Höhle hatte ihn geschluckt. Gehetzt sah er sich um aber der Ausblick war in alle Richtungen im großen und ganzen gleich: Grün! Nur abgegrenzt von einem blauen Band oben und unten.

In keiner seiner Geschichten hatte der Abenteurer im kritischen Moment die Augen geschlossen und abgewartet. Sie hatten alle mutig die Augen nach vorne gerichtet und die Kontrolle behalten. Im Moment wünschte er sich weniges so sehr wie einfach die Augen schließen zu können. Er hatte eh nicht das Gefühl, noch die Kontrolle zu haben. Noch flog er aber so langsam wie sich der Wald neben ihm her bewegte rechnete er jeden Augenblick damit einfach ins Wasser zu fallen. Langsam aber unerbittlich kam die Flussbiegung näher, eine dunkelgrüne Wand am anderen Ufer.

Die Biegung des Flusses musste noch jung sein, auf dem Gleithang sah der Wald sehr dünn und jung aus. Heller, sandiger Boden schimmerte direkt unter der Wasseroberfläche. Er hatte gelesen, dass solche Stellen ein gutes Nachtlager bieten konnten. Er musste es nur bis dahin schaffen und die Maschine wurde langsamer und langsamer.

Herzschlag.

Im Fluss tauchte eine Sandbank auf. Im schwachen Dämmerlicht war sie kaum aus zu machen.

Herzschlag.

Die Räder berührten das Wasser, schüttelten das kleine Flugzeug kräftig durch.

Herzschlag.

Er zog am Steuerhorn. Das Fahrwerk hob sich für einen Moment aus dem Wasser.

Herzschlag.

Die Nase des Flugzeugs hob sich, er konnte Sterne am Himmel sehen.

Herzschlag.

Ein Schock ging durch das Flugzeug, begleitet von spritzendem Wasser. Dann stand alles still.

Herzschlag.

Es war leise. Alles was er hörte war das Pochen seines Herzens und das Rauschen des Blutes in seinen Adern. Gedämpft drangen die Geräusche des Waldes zu ihm durch. Er lebte!

Direkt vor ihm hob sich der Wald in den Himmel. Wie durch ein Wunder hatte er genau die kleine Lichtung im Gleithang der Flussschleife getroffen. Das Flugzeug war auf den ersten Blick heile geblieben und stand sicher auf dem Trockenen. War das, was die Abenteurer in den Büchern immer als geniale Fähigkeiten bezeichneten? War ihr Mut am Ende hauptsächlich Glück und die Tatsache, dass sie einfach keine andere Wahl gehabt hatten?

Er stieß dir Kabinentür auf und sog die feuchte, warme Luft ein. Er lebte, wenigstens für den Moment. Inzwischen war es so dunkel geworden, dass er draußen nichts mehr erkennen konnte. Weitere Erkundungen mussten bis morgen warten. Im Licht seiner Taschenlampe fand er eine Kerze und Schreibpapier. Jetzt war seine Zeit gekommen, seine eigene Abenteuergeschichte zu schreiben. Alles was er erlebt hatte und noch erleben sollte, er wollte es festhalten. Solange das Flugzeug auch noch heile war, konnte er es immer noch wieder nach Hause schaffen. Vorausgesetzt, er wollte überhaupt noch zurück dahin.

Zuhause warteten seine Bücher auf ihn. Hier wartete das auf ihn, was noch nicht in den Büchern drin stand. Hier war das Abenteuer, was er sich so oft gewünscht hatte und wofür er sich in den letzten Stunden so oft verflucht hatte. Er hatte das Gefühl nicht am Ende sondern am Anfang seiner Reise zu stehen.

Ostrach

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Den Kopf in den Wolken – Teil 3.

Über seine panischen Grübeleien hatte er nicht einmal mitbekommen, dass der Motor seinen Dienst eingestellt hatte. Die Tankanzeige zeigte einen leeren Treibstofftank an und von den Ventilen des Motors hingen dicke Eiszapfen. Alles was ihm noch blieb, war der Gleitflug. Er sah hinunter und stellte erleichtert fest, dass er die Küste bereits überflogen hatte. Wenigstens theoretisch musste sich der Rückenwind an den Berghängen hinauf drücken und ihm zusätzlichen Auftrieb liefern. Damit musste er es über den Pass schaffen. Die Gipfel ragten schier endlos links und rechts von seiner Route in den dunkelblauen Himmel.

Schwere Wolken unter ihm zeigten unruhiges Wetter an. Scharfkantig und aufgeplustert wuchsen sie schnell nach oben. Er würde aufpassen müssen, dass er nicht zu stark an Höhe verlor und in eine hinein geriet. Unkontrollierbare Winde und Hagel würde das Flugzeug um ihn herum in Fetzen reißen, das hatte er einmal in einem Buch gelesen. Er brauchte die volle Konzentration, von Müdigkeit war keine Spur mehr. Auch wenn ihm jeder Knochen im Leib schmerzte, er riss sich zusammen und packte mit bestimmten Griff das Steuer.

Was tat er hier eigentlich? Was bezweckte er damit? Er hatte ein Abenteuer gesucht und das hier war es nun. Hätte er vorher gewusst, was ein Abenteuer ist, er wäre wohl nie gestartet aber er kannte sie nur aus seinen Büchern und dort klang das alles immer harmlos. Natürlich waren die Helden regelmäßig in Lebensgefahr aber nach fünf Seiten hatten sie die Situation immer gemeistert und konnten stolz von ihren Heldentaten berichten. Nur hier waren keine Seiten, das hier war echt! Und er war kein Held. Wenn er das hier überstand vielleicht aber noch war er nur ein leichtsinniger Junge aus der Vorstadt, der zu viele Geschichten gelesen hatte, dem seine Fantasie durchgegangen war und der seine Träume jagen wollte. Dann wollte er mal genau das tun.

Zaghaft rührte er am Steuer und fand einen Aufwind. Das Flugzeug legte sich in die Kurve, drehte ein paar Kreise in der Strömung um Höhe zu gewinnen und suchte dann nach dem nächsten Aufwind, etwas weiter zwischen den Bergen. Noch gab es einige restliche Sonnenstrahlen aber der Boden selbst lag bereits zum größten Teil im Schatten. Wenn die Sonne einmal über den Horizont war, würde es kaum noch gute Aufwinde geben, er durfte also nicht trödeln.

Immer mutiger wurden seine Sprünge von Aufwind zu Aufwind und immer näher kam der Boden. Urwaldriesen reckten sich nach seiner Unterseite doch irgendwie gelang es ihm immer wieder einen günstigen Wind zu finden. Die Eiszapfen waren inzwischen alle wieder ab getaut aber der Tank leider immer noch leer. Darum würde er sich sowieso später kümmern müssen. Im Moment konzentrierte er sich total auf seinen Gleitflug. Sein Puls raste und sein Herz machte Anstalten, ihm aus der Brust zu springen. Die Gipfel lagen inzwischen hinter ihm und der Pass fiel zum Tal hin ab. Er war in seiner neuen Welt angekommen und begutachtete sie aus dem Fenster.

In den letzten Strahlen der Abendsonne erstreckte sich ein dichter Wald von Horizont zu Horizont. Unterbrochen nur von feinen Flüssen, die sich in kleinen Seen sammelten und sich letztendlich zu einem großen Strom vereinten, der ins Landesinnere abfloss. Der Anblick war enorm, raubte ihm den Atem und zog ihn völlig in seinen Bann. Ein unbekanntes Land voller Faszinationen, Geheimnisse, Abenteuer und Träumen. Mehr Möglichkeiten als er sich je hätte träumen lassen erschienen vor seinen Augen und mehr benennbare Punkte, als ihm Namen einfallen wollten. Es war wirklich eine neue Welt.

Nur eine Frage stellte sich ihm. Wo um alles in der Welt sollte er hier Landen? Es gab keine Lichtungen, die ausreichend groß waren, die waldfreien Berghänge waren viel zu steil und die einzigen freien Flächen, die groß genug waren, waren von Wasser bedeckt. Da hätte er auch genau so gut auf dem offenen Ozean landen können.

Gut, hier konnte er ans Ufer schwimmen, wenn der die Landung überlebte. Und wenn sein Flugzeug nicht völlig zerbrach, konnte er sogar einige Teile seiner Ausrüstung retten. Er sah sich die Gegend noch einmal genauer an und versuchte seine Möglichkeiten abzuschätzen. Jetzt musste er ein Abenteurer sein, wie in seinen Büchern. Als solcher musste er zuerst einmal eines können, und zwar überleben. Alles andere würde von alleine kommen.

Ostrach

Den Kopf in den Wolken – Teil 2.

Mit einem Ruck schreckte er aus seinem Schlaf hoch. Das Flugzeug lag ruhig und gerade in der Luft. Die letzten Sonnenstrahlen lugten über den Horizont und zeichneten die scharfen Linien eines Gebirgszuges gegen den glühenden Himmel ab. Es dauerte eine Weile, bis er begriff, was er dort gerade sah. Er steuerte geradewegs auf eine enorme und massive Wand aus festem Gestein zu. Eine Mauer, gekrönt mit spitzen, schneebedeckten Zinnen. An ihrer Basis waren einige Wolken versammelt und er stellte mit einem unangenehmen Gefühl im Magen fest, dass er zu niedrig war.

Er gab etwas mehr Gas und zog behutsam am Steuerhorn. Der Horizont vor ihm sank ab und er spürte den Druck des Aufstiegs im Rücken. Er musste nur weiter genau darauf zu halten und würde mit einem komfortablen Luftpolster die Pässe durchfliegen können. Er hatte das Dach der Welt nie gesehen aber er konnte sich nicht vorstellen, dass dieses höher war als das, was er hier gerade entdeckt hatte. Er hatte auf ein paar Berge gehofft, die er benennen konnte, aber niemals auf das höchste Gebirge der Welt. Vor Aufregung war er plötzlich hellwach. Wenn schon dieses Gebirge hier direkt an der Küste so gewaltig war, was für Wunder sollten dann erst noch kommen? Adrenalin kochte in seinen Adern.

Die Temperatur in der Kabine fiel stark ab. Verdutzt beobachtete er das Alkoholthermometer am Seitenfenster. Angesichts der schneebedeckten Gipfel hätte er nicht verwundert sein dürfen, außerdem flog er doch nicht zum ersten Mal. Er wusste, dass die Temperatur in der Höhe gleichmäßig abnahm. Genau so sehr der Druck und der Sauerstoff. Unter die Aufregung mischten sich Angst und Sorgen, unter sein Blut immer mehr Adrenalin. Seine Zunge fühlte sich taub und verdorrt an.

Was wäre, wenn der Sauerstoff nicht ausreichen würde? Er hatte natürlich nicht daran gedacht, welchen mit zu nehmen. Er hatte schon an Laternen, Proviant und extra Treibstoff gedacht. Sogar eine Notfallausrüstung mit Verbänden und etwas Feuerholz hatte er dabei aber wieso hätte er Sauerstoff mitnehmen sollen? Das Flugzeug konnte schließlich nicht beliebig viel Last transportieren und Gewicht hieß Treibstoff. Inzwischen bereute er, nicht noch mehr Treibstoff mitgenommen zu haben aber andererseits, die Tanköffnung war an der Außenseite und sein Reservekanister im Laderaum. Zum Nachtanken müsste er so oder so landen.

Inzwischen konnte er über einige der niedrigeren Pässe hinweg sehen. Das Land dahinter lag im Nebel und er konnte nicht viel erkennen aber es wirkte hügelig und bewaldet. Wo sollte er dort landen können? Und vor allen Dingen, wie sollte er dort wieder starten können, um zurück nach Hause zu finden? Langsam wurde ihm bewusst, dass er nicht wieder nach Hause kommen würde. Er war los geflogen auf der Suche nach einem Abenteuer und das hatte er nun wohl gefunden. Und es würde für den Rest seines Lebens anhalten. Viele Leute mussten ihn um dieses Schicksal beneiden versuchte er sich ein zu reden aber es half nichts. In seinem Hals bildete sich ein Kloß und seine Eingeweide fühlten sich eiskalt an. Die steile Küste kam mit jeder Minute näher und er stieg weiter in eisige Höhen.

Vielleicht sollte er einfach weiter steigen. Er konnte seine Notizbücher ebenso gut unbeschrieben über Bord werfen, weiter steigen, bis der Sauerstoffmangel und die Kälte ihn von seinem Schicksal entbanden. Er hatte sich völlig falsch auf seine Expedition vorbereitet. Er dachte an Zuhause, sein Elternhaus mit seinen Geschwistern und dem Kater am Ofen. Es war dort immer warm und gemütlich, selbst im tiefsten Winter. Wieso nur hatte er sich so sehr ein Abenteuer gewünscht? Er wusste es nicht mehr aber er hatte es sich so ausgesucht. Nun wo er schon einmal da war, konnte er es genau so gut annehmen.

Ostrach

Den Kopf in den Wolken – Teil 1.

Es gibt Gesetze, die sind unumstößlich. Naturgesetze sind klar definiert und das für alle Zeit. Der Apfel fällt vom Ast nach unten, Luft ist bei gleicher Temperatur leichter als ein entsprechendes Volumen Wasser. Jeder Stoff strebt immer den Zustand mit der geringsten Energie an. Die Begründung, wieso Wasser bergab fließt und radioaktives Material zerfällt.

Und es gibt Gesetze, die sind lediglich akzeptiert aber so vage, dass sie eigentlich keine Gesetze sind. Sie beschreiben ideologische, unsichtbare Grenzen. Eigenschaften, die so nahe beieinander liegen und doch gegensätzlich sind wollen nicht immer getrennt werden. Genie und Wahnsinn. Sie gehen Hand in Hand und vielleicht braucht es das Eine für das Andere. Das Genie macht ohne eine gewisse Portion Wahnsinn keinen Spaß. Der Wahnsinn bricht mit den Konventionen und öffnet dem Genie rostige Schlösser.

Feigheit und Mut sind nicht weniger essenziell verbunden. Kann jemand Mut haben, der keine Angst kennt, oder ist er dann nur leichtsinnig?

Das gleichmäßige Brummen des Motors konnte verdammt einschläfernd sein. Stundenlang der gleiche Ton, die gleiche Vibration und die gleiche Aussicht. Wasser, soweit das Auge reicht. Marc kontrollierte im Minutentakt die Instrumente. Er war auf dem richtigen Kurs und die Geschwindigkeit stimmte auch. Trotzdem wollte einfach keine Küste in Sicht kommen. Er drosselte den Motor, ging etwas tiefer und prüfte die Wellen. Eigentlich müsste er sogar Rückenwind haben aber in dem tiefblauen Meer war nicht einmal eine Sandbank zu erkennen. Und das, so weit ab von jeder bekannten Schifffahrtsstraße. Er gab wieder etwas mehr Gas und ließ das kleine Flugzeug steigen.

Er stellte sich vor, wie es von außen aussehen müsste. Ein winziger, weißer Punkt zwischen einem tiefblauen Ozean und einem nur wenig helleren Himmel. Noch stand die Sonne hoch im Zenit, aber bald würde sie vor ihm stehen und den Himmel über seinem Ziel tiefrot färben. Er fragte sich, wie sein Ziel wohl aussehen würde. Alles was er wusste war, dass dort Land zu finden war. Unbekanntes Land voller Reichtümer die nur darauf warteten, von ihm entdeckt zu werden. Er wäre derjenige, dem die Ehre zu Teil werden würde, die ersten Karten zu zeichnen und zu beschriften. Er durfte die Namen vergeben. Ganz wie es ihm gefiel und er würde sich vor niemandem rechtfertigen müssen. Irgendwo dort, hinter dem tiefblauen Horizont, da lag all dies. Die Erfüllung seiner Träume, wie er sie sah.

Das Flugzeug schaukelte auf unsichtbaren Wellen aus Luft, bemühte sich ihn sanft in den Schlaf zu schaukeln und zwang seine Augenlider hinab. Ob er zwischenzeitlich tatsächlich einschlief oder nicht, konnte er nicht sagen. Der Blick aus dem Fenster war immer der gleiche. Als es zu schlimm wurde, versuchte er sich selbst zu ohrfeigen, um bei Bewusstsein zu bleiben, und schlug sich gegen den Brustkorb. Es stellte sich immerhin ein mäßiger Erfolg ein. Als er gestartet war, war er gut ausgeschlafen und hatte ein reichhaltiges Frühstück hinter sich. Von beidem war nichts mehr übrig. Die Müdigkeit lieferte sich ein erbittertes Duell mit dem Hunger aber noch wollte er sein Abendessen noch etwas heraus zögern.

Er hatte den Eindruck, mehr Hunger zu haben als normal. Ob das etwas mit der Höhe zu tun hatte? Seine Trainingsflüge hatte er in geringer Höhe absolviert und einen Fluglehrer hatte er nie gefunden. Das Flugzeug hatte er selbst gebaut, nach einem Foto, was er in der Zeitung gesehen hatte. Jetzt wo er hier saß, in Hunderten Metern Höhe, den Steuerknüppel zwischen den Beinen, erschien ihm sein Vorhaben plötzlich geradezu lächerlich einfältig. Er hatte davon geträumt ein berühmter Entdecker zu werden, berüchtigt für seinen Mut und seine Verwegenheit. Im Augenblick kam er sich eher wie ein dummer Junge vor, der sich Hals über Kopf in ein Abenteuer gestürzt hatte, von dem er nicht einmal ahnen konnte, wie es denn überhaupt beginnen konnte. Ein ausgesprochen dummer Junge.

Erneut überprüfte er seine Instrumente und den Stand der Sonne. Sein Kurs sollte noch immer stimmen aber Land war noch immer nicht in Sicht. Vor seinem geistigen Auge sah er dem Flugzeug von außen zu, wie es unkontrolliert durch die Wolken stürzte, während er am Steuer schlief. Die Maschine zerbrach, noch ehe er das Wasser erreicht hatte.

Im Anschluss sah er sich, wie er vor einer leuchtend roten Abendsonne und ohne Motoren über die Wellen glitt. Immer näher kam das glitzernde Nass, weiße Schaumkronen tanzten auf den Wellenkämmen. Das Fahrwerk verfing sich in den Wellen und er überschlug sich wild, ehe die Wellen ihn schluckten.

Ostrach