Deutsche Klimapolitik in China

Es tut mir leid, aber heute muss ich mal etwas aus dem Rahmen fallen, es geht um Sabotage. Ungewöhnlicherweise mal an einem Montag, und dann auch noch an einem, wo die halbe Republik entweder noch besoffen oder schon verkatert ist, aber ich habe etwas gelesen, und das regt mich auf. An der Uni bekommen wir laufend gesagt, die Studenten von heute wären nicht mehr politisch und so brav geworden. Nun, offenbar sind wir an den falschen Stellen laut. Aber ich bin gerade trotzdem stinkig und das muss ich loswerden!

Da! Rubrik Wirtschaft, wie passend für ein Umweltthema.

Der Klimawandel. Thema einer Debatte, die eigentlich überhaupt nicht existiert. Denn was in den Medien gerne als eine Diskussion aufgezogen wird – ist er nun real und was geht davon auf des Menschen Kappe? – ist eigentlich lang entschieden. Auch die so gerne heraufbeschworene Uneinigkeit zwischen Klimaforschern existiert in dieser Form schlicht nicht!

Der Klimawandel ist da und er ist vom Menschen gemacht. Punkt. Worüber gestritten werden darf, ist das Ausmaß, und was man dagegen tun kann und muss.

In Deutschland wurde diesbezüglich in den letzten zehn Jahren etliches an Projekten angegangen, angefangen bei der Energiewende. 2015 war die Zahl der installierten Leistung Photovoltaik nirgendwo so groß wie hier. Auf dem diplomatischen Parkett drängt Deutschland gerne in eine Vorreiterrolle mit moralischem Zeigefinger und kritisiert den immensen Ausstoß von Treibhausgasen z.B. in den USA und (Weltmeister) China.

Und dann erzählt mir meine Tagesschau heute in einer Randnotiz, dass China, Weltrekordhalter in der Emission von Treibhausgasen und mit großen Ambitionen, etwas dagegen zu unternehmen, seine Richtlinien für Elektromobilität kastrieren will. Das Land also, was, abseits von der großen medialen Berichterstattung, Milliarden in die Entwicklung und Einführung von Elektromobilität steckt, will auf einmal die Quoten für Elektrofahrzeuge runter setzen. Das Land, welches guerilla-Transportunternehmen mit elektrischen Golfcarts duldet, ganzen Regionen die Richtlinien auferlegt, Taxis dürfen nur noch als Vollelektromodelle zugelassen werden und in dessen Metropolen zeitweise am Wochenende nur noch elektrisch gefahren werden durfte. Was ist da los?

Politik ist da los. Deutsche Politik. Und jede Menge Lobbyarbeit von einer Branche, die in Deutschland für mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze verantwortlich ist. Unsere werten Autobauer haben seit 10 Jahren aktiv gegen jede Form von Elektromobilität agiert und stellt sich nun ernsthaft hin und behauptet, sie wären von der Entwicklung überrascht worden. Sorry, aber ich werfe ihnen Sabotage vor!

Ein Kommentar befand „hier wird also ein Wirtschaftskrieg auf Kosten des Klimas und damit künftiger Generationen ausgefochten.“

Tut mir leid, auch hier muss ich widersprechen. WIR SIND DIESE KÜNFTIGEN GENERATIONEN! Wir sind es, von denen da immer als ominöse Masse irgendwann in der Zukunft die Rede ist. Wir, die wir JETZT leben, erleben live und in Farbe, wie sich das Klima ändert. Zum ersten mal überhaupt konnten wir miterleben, dass zwischen zwei wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht Jahrzehnte liegen sondern … nichts!

2014, 2015 und 2016 waren alle drei die jeweils wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Nie vorher hat es auch nur zwei heißeste Jahre gegeben, zwischen denen auch nur weniger als ein Jahrzehnt gelegen hätte.

Und mit diesen Zahlen vor Augen engagiert sich unsere Bundesregierung unter Muddi Merkel (übrigens selbst Naturwissenschaftlerin, man mag es nicht für möglich halten) und dem dicken Siggi gegen ihre eigene hierzulande propagierte Klimapolitik. Man kann es ja als „Schutz von Arbeitsplätzen“ verkaufen, auch wenn die längst verloren sind. In China ist man Umweltverschmutzung schließlich gewöhnt und das ist weit weg. Die Modellierungen von ESA und NASA, welche den Weg von CO2 Wolken um den Globus darstellen, sind ja auch nur nette Zahlenspiele.

Und irgendwas wird uns ja schon einfallen. Mit dem Atommüll, das haben wir schließlich auch hervorragend hinbekommen. Worüber rege ich mich hier also auf?

:edit: ps.: Tut mir leid, wenn ich nun jemandem auf die Füße getreten bin… wobei, eigentlich nicht. Mir tut es eher leid, hier einen unreflektierten und nur aus Zorn heraus entstandenen Beitrag zu posten. Aber das Thema ist einfach … existenziell wichtig! Bitte berücksichtigt das und behaltet es immer im Hinterkopf. Es geht nicht darum die Welt zu retten. Die Welt ist alt genug um auf sich selbst aufzupassen. Es geht darum, uns selbst zu retten. Und unsere Kinder. Auch die, die schon geboren sind.

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13 Gedanken zu „Deutsche Klimapolitik in China

  1. deutschemuslima71

    Das traurige ist ja dass die Politiker immer so um die Wählerstimmen besorgt sind, das sie zusehen das immer genug Arbeitsplätze und Geld zur Verfügung steht. Ehrlichkeit, echter Wandel, tatsächlicher Fortschritt-Fehlanzeige. Man stückelt vor sich hin und harrt der Dinge die da kommen. Und im Zweifel gibt man den untätigen Vorgängern die Schuld. Es wird sich nichts ändern. Stopfen sie ein Loch, dann machen sie es nicht sorgfältig, sondern so das an einer anderen Stelle ein neues gerissen wird.

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  2. Stella, oh, Stella

    Das Schlimme ist in meinen Augen, dass es eben immer nur um Geld geht und damit Macht. Ob das der Klimawandel ist, an denen Firmen kein Interesse haben; ob das die neuen merkwürdigen Handelsabkommen sind, an denen nur die grossen Konzerne interessiert sind; ob das Kriege sind, an denen die Waffenindustrie interessiert ist, alles dreht sich immer nur um Geld. Und die Politiker machen mit, warum wohl?

    Was ich nicht verstehe ist, wie diese Leute glauben, dass ihre eigene Familie und ihre eigenen Kinder das überstehen werden. Oder interessiert die das nicht? Scheuklappen? Gucken nur bis zu ihrer eigenen Nasenspitze?

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    1. dergrafvonborg Autor

      Ich vermute mal, das nennt man „profitorientiertes Handeln“ und es ist extrem kurzsichtig. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Handelsabkommen. Es kann von großem Vorteil sein, spezielle Wahren unkompliziert und mit einheitlichen Standards zu handeln, aber in diversen Fällen ist es leider für ganze Branchen sehr schädlich. Das Gleichgewicht muss gewahrt bleiben, und genau das sollten ja Handelsabkommen ursprünglich einmal bewirken. Leider ist die Realität aktuell eine andere. Besonders übel, wenn mit Lebensmitteln spekuliert wird.
      Nur ob mit Lebensmitteln, Waffen oder Autos, letzten Endes gilt immer noch, wie man in den Wald hinein ruft … und plötzlich drängen zehn Millionen Flüchtlinge nach Europa und Nordamerika und niemand will sich fragen, wieso. Offenbar ist Öl immer noch so billig, dass man es in rauen Massen in das Feuer des zugehörigen Sprichwortes schütten kann. Dabei könnte Nachhaltigkeit so einfach sein…
      Könnte man Manager nicht persönlich für ihre Entscheidungen haftbar machen? Und würde das überhaupt langfristig helfen?

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      1. Nocthurn

        Leider zeichnet sich ab, dass der Parteichef ein durchgedrehter Egomane ist. Momentan muss sich erst noch entscheiden, ob dieser ersetzt werden kann oder ob ich eine eigene Partei mit demokratischer Willensbildung gründen muss. Sollte letzteres eintreten, so würde meine Empfehlung natürlich der neuen Gruppierung gelten. 😉

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      2. Nocthurn

        Der Transhumanismus ist schon eher individualistisch orientiert. Wir sind ja keine Kommunisten. Egomanie ist eher im Kontext einer politischen Partei problematisch, in der es um Diskurs und Konsensmeinung geht. x_x

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      3. Nocthurn

        Ich denke, ich kann die Empfehlung wieder gelten lassen, konnten wir unsere Differenzen doch vorerst beilegen. Der Vorstand war dann doch weniger egomanisch als einfach sehr ungeschickt in Sachen Kommunikation. Vermutlich ist das einfach Teil der gelebten Politik.
        Ich bitte diesen kleinen Exkurs in deiner Kommentarspalte zu entschuldigen. Doch zeigt dieser wunderbar, dass wir noch mehr motivierte Mitglieder brauchen! Deine Beteiligung wäre entsprechend gern gesehen. 😉

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